Rückblick Frankfurter Buchmesse 2017

Seid gewarnt, dies wird ein ziemlich langer Bericht von der Frankfurter Buchmesse 2017! Außerdem habe ich auch ein paar Fotos für euch, leider nur in Handy-Qualität, denn die Spiegelreflex wollte ich nicht auch noch im Rucksack mitschleppen…

Los geht’s – halt, doch noch nicht…

Freitagmorgen, gefühlt in der Nacht aber eigentlich „nur“ um sechs Uhr früh, habe ich mich auf den Weg nach Frankfurt gemacht. Trotz der morgendlichen Stunde ganz gut gelaunt und voller Vorfreude auf die Messe, wurde ich dann direkt am Bahnhof erst einmal ausgebremst: Der Zug hatte 30 Minuten Verspätung. Zeit, Brötchen zu holen und mich auf den gemütlichen Platz mit Kaffee in der ersten Klasse zu freuen, denn ich hatte noch ein Upgrade ergattern können. Zug kam dann schließlich auch, aber kein Kaffee, leider. Bis der Servicemitarbeiter der Bahn bei mir ankam, musste ich fast schon wieder aussteigen…

Aber dann bin ich da!

Krissi habe ich direkt am Bahnhof getroffen (natürlich war ihr Zug pünktlich und sie musste warten), also sofort ab ins Hotel. Wir hatten ganz kurzfristig umgebucht, genauer gesagt zwei Tage vor Anreise, weil uns der Weg in unser entfernt liegendes ursprüngliches (günstigeres) Hotel dann doch zu weit war. Und da haben wir wirklich Glück gehabt: schönes Hotel, 5 Minuten vom Bahnhof, 15 Minuten zur Messe (alles zu Fuß), super klasse Frühstück (so kann der Tag starten!) und ganz nettes Hotelpersonal, die sich sofort um unser Gepäck und alles rund ums Zimmer gekümmert haben, so dass wir direkt weiter zur Messe konnten. (Das Hotel war übrigens das „The Pure“ in der Niddastraße ;-)).

Alles so leer hier?!

Letztes Jahr war ich nur am Sonntag auf der Messe und deshalb schon sehr überrascht, wie viel leerer die Hallen waren. Das hat dann sofort dazu geführt, dass wir auf jeden Fall versuchen werden, nächstes Jahr von Mittwoch bis Freitag Urlaub zu bekommen, um die Fachbesuchertage besser ausnutzen zu können.

Messehalle 3 am Samstag auf der Frankfurter Buchmesse
So sah es dann am Samstag in Halle 3 aus

Meine Highlights

Natürlich gibt es so viele Veranstaltungen, Stände, Menschen, die mich beeindruckt haben, dass ich euch hier nur ein paar meiner Highlights aufzählen möchte:

Blogger/Bücher-Themen

Die Signierstunden hatte ich eigentlich von vornherein außen vor gelassen, weil ich mich nicht ein oder mehr Stunden anstellen wollte, dafür ist mir meine Zeit im Endeffekt zu schade. Da ich aber kurz vor der Messe noch völlig überraschend von Karl Olsberg sein neues Buch „A Boy In A White Room“ zugeschickt bekommen habe (ich bin ein großer Fan seiner Bücher für Erwachsene), wollte ich aber doch bei seiner Lesung vorbeischauen. Da dieses Buch (auch) für junge Leser ist, war der Veranstaltungsort die Kids Stage mit recht wenig Publikum – etwas ungünstig ausgewählt. Schade für Karl Olsberg, gut für mich, denn so konnte ich beim Signieren noch ein paar Worte mit ihm wechseln. Leider gab es schlechte Neuigkeiten, denn es wird wohl keine Fortsetzung der SEGI geben…

Autor Karl Olsberg Lesung
Karl Olsberg lies aus seinem neuen Buch

Ein weiteres schönes Erlebnis war etwa das spontane, aber trotzdem ausführliche Gespräch mit dem Autor Matthias Bürgel beim Blogger-Frühstück am Stand von BoD. Sehr interessant! Sein gerade erschienenes Buch „Die Akte Kronos“ wird es folglich auch bald als Rezension hier bei uns geben, ich bin selbst sehr gespannt darauf.

Überhaupt – die vielen kleinen Gespräche am Rande – ob am Ende einer Veranstaltung, beim Essen oder auch so einfach beim Warten, haben großen Spaß gemacht. Schön, wenn man durch die gemeinsame Liebe zu Büchern oder dem Schreiben so einfach ins Gespräch kommen kann.

Am Samstagabend stand ja unser „Date mit Dan Brown“ an – und wurde tatsächlich sogar besser als erwartet. Ich hatte (auch aufgrund einiger schlechter Interviews auf der Buchmesse) eigentlich mit ein paar Standardfragen gerechnet sowie einer kleinen Lesung. Aber die tolle (zweisprachige) Moderation von Alf Mentzer war – neben Dan Brown selbst – ein echtes Highlight. Seine Fragen konnten dem Autor Dinge entlocken, die mir zumindest nicht so bekannt waren. Ein wirklich schöner Abend!

Goodies von der Buchmesse
Ein paar Goodies von der Buchmesse

Autoren-Themen

Ich habe meine Zeit auf der Messe aufgeteilt zwischen meinen Blogger- und meinen Selfpublisher-Interessen und so habe ich auch in diesem Bereich einige Vorträge und Diskussionsrunden besucht. An dieser Stelle möchte ich einmal zwei nennen, die für mich besonders interessant waren, obwohl das Angebot wirklich sehr vielfältig und hilfreich war.

Da war zunächst der tolle und mitreißende Vortrag von Olaf Bryan Wielk, Ko-Gründer von beemgee.com, der uns eine Einführung ins Storytelling gegeben hat. Dabei hat er seine Präsentation durch viele Filmbeispiele angereichert, so dass jeder sofort etwas mit dem Erzählten anfangen konnte. Witzig fand ich zum Beispiel auch seine schematische Darstellung der emotionalen Reise, die ein Leser bei einem (guten) Buch mitmacht. Besonders beeindruckt hat mich über das Inhaltliche hinaus, dass er dabei eigentlich gar keine Werbung für sein Produkt gemacht hat, was leider auf der Buchmesse eine Seltenheit ist. Viele nutzen die Bühne sehr zur Selbstdarstellung.

Schema der emotionalen Reise des Lesers nach Wielk
O. B. Wielk: Die emotionale Reise des Lesers

Ebenfalls sehr hilfreich und auch nicht ganz so trocken wie es sich anhört, war die Präsentation von Daniel Seebacher (tolino media). Er hat uns in die Erstellung eines Ebooks eingeführt, die jeder Autor wenigstens ansatzweise kennen sollte. Hier kann man sich einiges erleichtern, wenn man von Anfang an Dinge bedenkt, statt nachher nach Fehlern zu suchen. Obwohl ich mich als Ebook-Fan schon recht gut auskenne und bereits selber mit z. B. dem Programm Sigil gearbeitet habe, gab es viele gute Tipps.

Das Essen – nicht ganz unwichtig

Wer uns ein bisschen besser kennt, weiß, dass wir gerne bei einem guten Essen zusammensitzen und plaudern. Neben unserem wirklich tollen Frühstück im Hotel (okay, ich höre ja schon auf zu schwärmen ;-)), haben wir auch abends schön gegessen. Auf dem Einkaufscenter direkt neben der Messe, dem Skyline Plaza, gibt es auf dem Dach ein Alex. Da am Freitag das Wetter ja auch schon so gut war, haben wir dort draußen gegessen – mit einigen Problemen, auf die Dachterrasse zu kommen. Oberhalb des Restaurants gab es dann noch eine Aussichtsplattform mit einem tollen Blick auf die umliegenden Hochhäuser bei Nacht – klasse!

Frühstücksbuffet im Hotel
Unser Frühstücksbuffet im Hotel

Aber auch einige negative Dinge

Womit wir auch bei ein paar nicht so schönen Dingen wären.
Wir hatten zunächst doch so einige Probleme, uns zurecht zu finden, aber das wird im nächsten Jahr sicher besser.
Dann habe ich mir oft unter den Veranstaltungsbeschreibungen andere Inhalte vorgestellt, da hätte ich mir etwas bessere Infos gewünscht. Aber ich habe auch gelernt, ich muss die Messe noch besser vorbereiten, denn die lange Wege lassen ein „schauen wir mal, wie das so ist“ eigentlich gar nicht zu.
Und mehr feste Termine im Vorfeld vereinbaren! Ich möchte im nächsten Jahr gerne mehr „kleine“ Autoren und Selfpublisher für unseren Blog interviewen, denn das hat mir wirklich Spaß gemacht.

Überschattet wurde die Buchmesse ja auch von den Auseinandersetzungen mit den rechten Buchverlagen, die Gewaltbereitschaft hat mich doch wirklich erschreckt.

Leider habe ich viele Leute nur von Ferne gesehen – Blogger mit türkisem Bändchen, Selfpublisher oder auch Besucher des Literaturcamps Heidelberg. Häufig habe ich sie gesehen, während ich in einem Vortrag saß und sie vorbeigingen oder auch quer durch die Messe in einem anderen Gang. Schade, da hätte ich mir gerne mehr Gespräche gewünscht. Ich denke, das könnte vielleicht etwas anders sein, wenn man die Publikumstage meidet, denn da war ja kaum ein Durchkommen.

52.000 Schritte und 34 Kilometer an drei Tagen – ich bin fertig!

Und schließlich habe ich am Sonntag schlicht und einfach aufgegeben – ich konnte nicht mehr. Ich habe eigentlich nur noch in der Selfpublishing-Area gesessen und versucht zuzuhören. Wenn ihr da so einen Zombie mit roten Augen gesehen habt, das war ich ;-).
Aber ich habe ja daraus gelernt, nächstes Jahr mache ich einiges anders (besser hoffe ich) und hibbel nun schon, bis die ersten (erschwinglichen) Hotels für Oktober 2018 buchbar sind – Urlaub setzte ich jetzt einfach mal voraus!

3 Gedanken zu „Rückblick Frankfurter Buchmesse 2017

  1. Hallo Corinna,
    mir ist auch aufgefallen, dass manche Hallen sehr leer waren. Die Jugendbuchhalle hingegen war am Samstag und auch am Sonntag richtig voll. Das Alex im Skyline Plaza habe ich im letzten Jahr auch entdeckt. Dort kann man auch sehr gut zu Abend essen. Das Frühstück sieht aber auch richtig lecker aus :o)

    Ich freue mich,dass du so eine schöne Zeit auf der Messe verbringen konntest und auch so viele schöne Erlebnisse gesammelt hast. <3

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

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