Archiv der Kategorie: Hörbuch-Rezension

[Hörbuch-Rezension] John Katzenbach: Die Grausamen

Titel: Die Grausamen

Autor: John Katzenbach

Serie: Ermittler-Duo Gabe & Marta, Teil 1

Genre: Psychothriller

Verlag: Argon Hörbuch
Spieldauer: 14 Std. 37 Min. (ungekürzt, exklusiv bei Audible)
Sprecher: Uve Teschner
Erscheinungsdatum: 3. April 2017

Die beiden Ermittler Marta und Gabe (er Alkoholiker, sie hat aus Versehen ihren Partner erschossen) werden strafversetzt und als „Quasi-Partner“ in das „Verlies“ abgeschoben. Dort sollen sie sich mit alten Fällen beschäftigen, gedacht ist dies lediglich als Beschäftigungstherapie. Einige Cold Cases scheinen jedoch seltsam. Als sie ihren Vorgesetzten davon berichten, werden sie abgeblockt. Doch nun wird das Ermittlerduo erst recht neugierig und forscht auf eigene Faust nach. Tessa, ein junges Mädchen, ist vor zwanzig Jahren spurlos verschwunden. Marta und Gabe vermuten einen Zusammenhang und geben keine Ruhe. Aber irgendjemand will die Nachforschungen mit aller Macht verhindern…

Auf der Suche nach einem spannenden Hörbuch habe ich mich bei Audible umgesehen und bin auf den neuen John Katzenbach gestoßen. Von ihn kenne ich bereits einige Thriller. „Der Professor“ hat mir zum Beispiel sehr gut gefallen. Also habe ich zugegriffen, besonders da dieses Hörbuch von Uve Teschner gelesen wird, den ich als Sprecher ebenfalls sehr gerne mag.

Bei dem Psychothriller handelt es sich um den Auftakt einer Reihe um die Ermittler Gabe und Marta. So erfährt der Leser am Anfang, dass Gabe sich schuldig fühlt am Tod seines Schwagers, seine Ehe dadurch zerbrochen ist und er sich dem Alkohol hingibt. Die Versetzung in die Abteilung der Cold Cases ist seine letzte Chance. Marta erging es nicht besser. Auch sie wird in dieser Abteilung, von beiden „Das Verlies“ genannt, ruhig gestellt, da sie bei einem Schusswechsel aufgrund einer Verwechslung ihren Partner erschossen hat.

Die Story baut sich langsam auf, ist aber durchaus mitreißend und nicht langweilig. Ständig gibt es neue Erkenntnisse im Fall der „verschwundenen Tessa“, die den Leser aber häufig auf eine falsche Fährte führen. Überhaupt durchschaut man die Verwicklungen nur sehr schwer, wie von John Katzenbach gewohnt.

Leider hat mich das Ende trotz der vorhandenen überraschenden Auflösung doch etwas enttäuscht zurückgelassen. Entweder habe ich nicht alles verstanden – was natürlich auch möglich ist 😉 – oder es sind doch nicht alle Handlungsstränge aufgelöst worden, was ich nicht so gerne mag.

Fazit: Spannender Psychothriller mit vielen Verwicklungen und Überraschungen, leicht schwaches Ende, toller Sprecher, tolles Hörbuch

Gerngelesen: 📚📚📚📚 von 5

 

[Hörbuch-Rezension] Karl Olsberg: Delete

Titel: Delete

Autor: Karl Olsberg

Reihe: SEGI, Teil 1

Genre: Thriller

Verlag: Hörbuch Hamburg Verlag
Spieldauer: 11 Std. 49 Min. (ungekürzt)
Sprecher: Rainer Fritzsche
Erscheinungsdatum: 11.11.2013

Mina spielt mit Begeisterung ein Online-Rollenspiel. Als während eines Raids ein befreundeter Mitspieler verschwindet, kommt ihr das etwas seltsam vor, zumal er kurz vor seiner Inaktivität die Worte benutzt hat „Welt am Draht, alles ist wahr“. Als sie ihn in der realen Welt aufsuchen will, stellt sich heraus, dass er tatsächlich wie vom Erdboden verschluckt ist. Mina recherchiert ein wenig im Internet und findet heraus, dass bereits vier Spieler unter ähnlichen Umständen verschwunden sind.
Bei der Polizei will man ihr zunächst nicht glauben, da es keine weiteren Zusammenhänge der Vermisstenfälle untereinander gibt. Mina stößt durch Zufall auf einen Mitarbeiter der Sonderermittlungsgruppe Internet – kurz SEGI -, der selbst in besagten Rollenspiel aktiv ist. Er kann seinen Chef, Kommissar Eisenberg, schließlich überreden, weiter zu ermitteln. Doch dann verschwindet auch Mina spurlos. Wurde sie wie die anderen tatsächlich „gelöscht“?

Karl Olsberg ist einigen von euch vielleicht wegen seiner Würfelwelt-Romane (Minecraft) ein Begriff. Diese kenne ich nicht, aber einige andere Bücher von ihm habe ich bereits gelesen und fand sie interessant. „Delete“ habe ich vor ein paar Jahren bereits gehört, und da es mich damals sehr beeindruckt hat, habe ich es mir ein weiteres Mal vorgenommen, als Vorbereitung auf den zweiten Teil der SEGI, „Enter“.

Neben dem Technik-Thema des Thriller (Ist die Welt, wie wir sie erleben, real, oder leben wir in einer Simulation, die von Admins gesteuert wird) spielt die Chaos-Truppe um Kommissar Eisenberg eine entscheidende Rolle für den Erfolg des Romans. Die SEGI besteht aus – zugegebenermaßen etwas klischeehaft dargestellten – „verkrachten“ Existenzen: ein Hacker (dick und unordentlich), ein hochbegabter Nerd (mit Asperger-Syndrom) und eine Psychologin (die keine Lust hat, mit realen Patienten zu arbeiten). Ergänzt wird die Gruppe von einem Polizisten, der hyperkorrekt alle Vorschriften befolgt und dadurch ständig mit seinen Kollegen aneinandergerät. Diesen Trupp soll Kommissar Eisenberg, mehr oder weniger strafversetzt zur SEGI, zu einer funktionierten Ermittlungsgruppe zusammenführen, die letzte Chance vor der Auflösung und Entlassung der Mitarbeiter.

Diese Charaktere sind einfach nur toll und lebendig dargestellt, keine Nullachtfünfzehn-Ermittler, sondern Figuren mit ganz eigenem Charme. Im Laufe der Ermittlungen kann dann auch jeder seine eigenen Stärken unter Beweis stellen, und überrascht damit so manchen Vorgesetzten.

Der eigentliche Kriminalfall ist ebenfalls spannend dargestellt, besonders die Einblicke in Zentrale des Online-Spiele-Entwicklers sind interessant. Das Buch als Thriller zu bezeichnen, finde ich aber doch etwas übertrieben. Überhaupt stimmt das ganze Thema schon etwas nachdenklich, was zum Beispiel den Umgang mit persönlichen Vorlieben im Spiel und den entsprechenden Konsequenzen, die der Spielehersteller daraus zieht, betrifft. Mir selbst ist das Thema ein bisschen zu detailliert umgesetzt, aber das ist nur geringe Kritik.

Dass Karl Olsberg durchaus Humor hat, wird deutlich, als er einen Autor („Ole Karlsberg“) als kleine Nebenfigur auftreten lässt, der ein wenig pikiert ist, als ihm nicht die nötige Aufmerksamkeit zu teil wird. Sympathisch, wenn sich ein Schriftsteller selbst ein wenig auf die Schippe nehmen kann.

Den Sprecher Rainer Fritzsche kannte ich (bewusst) bisher nicht, aber er hat mir wirklich gut gefallen.

Fazit: Ein gewisses Technik-Interesse vorausgesetzt, ist das (Hör)Buch wirklich toll. Ich freue mich auf die Fortsetzung mit der SEGI!

Gerngelesen: 📚📚📚📚📚 von 5

 

[Hörbuch-Rezension] Samuel Bjørk: Federgrab

Titel: Federgrab

Autor: Samuel Bjørk

Reihe: Kommissar Munch, Teil 2

Genre: Thriller
Verlag: Der Hörverlag
Spieldauer: 11 Std. 3 Min., ungekürzt
Sprecher: Dietmar Wunder
Erscheinungsdatum: 17.10.2016

Ein junges Mädchen wird in einem Wald bei Oslo tot aufgefunden – in einem Bett aus Federn, umgeben von einem Pentagramm aus Lichtern und einer weißen Blüte im Mund. Als Kommissar Holger Munch erfährt, dass das Mädchen vor drei Monaten verschwunden ist, und bei der Obduktion lediglich Tierfutter in seinem Magen gefunden wird, weiß er, dass er Mia Krüger in sein Team zurückholen muss. Nur sie hat die Gabe, sich in die kranke Köpfe solcher Täter hineinzuversetzen.

„Engelskalt“ war der erste Thriller von Samuel Bjørk und hat mir sehr gut gefallen. Das Team um Holger Munch ist super zusammengestellt, besonders Mia Krüger sticht als Ermittlerin natürlich hervor. Sie hat eine schwere Vergangenheit hinter sich, denn ihre Zwillingsschwester, zu der sie ein sehr enges Verhältnis hatte, ist vor einigen Jahren gestorben. Als Kommissar Munch sie zu seinem Fall in „Engelskalt“ zu Hilfe holt, will sie sich eigentlich gerade selbst das Leben nehmen. Und auch in „Federgrab“ stößt Mia Krüger immer wieder an ihre Grenzen, spürt aber, dass sie eine Aufgabe zu erfüllen hat.

In diesem Thriller stimmt einfach alles. Das Ermittlerteam besteht aus sehr interessanten Charakteren – und damit meine ich nicht nur Holger Munch und Mia Krüger. Auch die anderen Figuren sind spannend dargestellt, jeder mit einer eigenen Geschichte. Allerdings sollte man schon mögen, dass private Probleme der Protagonisten eine deutliche Rolle in der Geschichte spielen. Wer lediglich einen Fall gelöst haben will, wird mit diesem Buch nicht glücklich werden.

Ich habe einige Kritiken gelesen, die sich daran stören, dass viele Dinge aus dem ersten Thriller wiederholen sollen. Mir ist das nicht aufgefallen, und wenn, hat es mich nicht gestört – spannend fand ich alles trotzdem.

Einziger Kritikpunkt meinerseits sind die vielen (falschen) Fährten, auf die der Autor uns führt. Das wäre an und für sich ja nichts schlechtes, aber leider sind einige Dinge davon doch recht abstrus und werden am Ende in zwei Sätzen aufgelöst. Also entweder vorher nicht so ausführlich darstellen oder nachher besser auflösen, finde ich.

Wer mehr über die beiden Protagonisten erfahren will, findet interessante Ermittlerprofile bei  RandomHouse, natürlich besonders geeignet für Leser und Hörer, die den ersten Teil nicht kennen. Dort gibt es auch ein Interview mit dem Autor.

Meine Begeisterung ist aber auch deshalb so groß, weil ich – endlich! – hier mal wieder ein Hörbuch habe, das richtig toll von Dietmar Wunder gelesen wird, besonders nach meiner letzten Pleite („Schwarze Witwen“) ein Genuss.

Fazit: Volle Empfehlung von mir, ob gelesen oder gehört. Aber am besten mit dem ersten Teil anfangen, sonst entgeht euch doch einiges an Charakterentwicklung.

Gerngelesen: 📚📚📚📚📚 von 5

[Hörbuch-Rezension] Paul Finch: Schwarze Witwen

Titel: Schwarze Witwen

Autor: Paul Finch

Reihe: Lucy Clayburn, Teil 1

Genre: Thriller
Verlag: Hörbuch Hamburg, exklusiv bei audible
Spieldauer: 14 Std. 25 Min., ungekürzt
Sprecher: Matthias Lühn
Erscheinungsdatum: 12.01.2017

Eine Killerin versetzt Manchester in Angst und Schrecken. „Jill, the Ripper“ lässt sich als Anhalterin von Männern mitnehmen, nur um sie später grausam zu ermorden und zu verstümmeln. Als bei der Polizei eine Sondereinheit zusammengestellt wird, um der Täterin endlich das Handwerk zu legen, bekommt auch Lucy Clayburn eine zweite Chance. Die junge Polizistin hatte vor Jahren einen großen Fehler begangen und wurde in den Streifendienst strafversetzt. Jetzt soll Lucy auf der Straße unter den Prostituierten ermitteln, um an neue Informationen zu kommen. Dabei geht sie immer mehr Risiken ein, um sich zu beweisen und zurück ins Team der Kripo zu kommen. Sie taucht tief in Manchesters Unterwelt ein und erfährt mehr über ihre eigene Vergangenheit, als sie eigentlich wissen wollte. [Hörbuch-Rezension] Paul Finch: Schwarze Witwen weiterlesen

[Hörbuch-Rezension] Chevy Stevens: That Night – Schuldig für immer

Titel: That Night – Schuldig für immer

Autor: Chevy Stevens

Genre: Thriller
Verlag: Argon Hörbuch
Spieldauer: 13 Std. 34 Min., ungekürzt
Sprecherin: Christiane Marx
Erscheinungsdatum: 25.06.2015

Toni und ihr Freund Ryan sind rebellische Teenager, die immer wieder mit der Polizei aneinander geraten. Als Tonis Schwester Nicole ermordet wird, fällt der Verdacht auf die beiden Jugendlichen. Sie werden verhaftet, verurteilt und ins Gefängnis gesteckt. Als Toni nach ihrer Entlassung 15 Jahre später in ihren Heimatort zurückkehrt, will sie eigentlich alles hinter sich lassen und neu anfangen. Als jedoch Ryan auftaucht, der glaubt, Hinweise gefunden zu haben, was damals wirklich passiert ist, lässt auch ihr das keine Ruhe. Aber ihre Suche wird gefährlich, denn nicht jeder möchte die beiden wieder im Ort haben.

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