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Pageturner? Na Frey-lich!

Sympathischer Handwerker trifft auf junge Rumtreiberin – reißt euch nicht vom Hocker? Sollte es aber, denn dahinter verbirgt sich ein toller Psycho-Thriller!

Cover L.C. Frey - So kalt dein HerzTitel: So kalt dein Herz

Autor: L. C. Frey

Genre: Psycho-Thriller

Verlag: Indie

Seitenzahl der Printausgabe: 268 Seiten

Erscheinungsdatum: 28. März 2017

 

Tim hat ein abbruchreifes Haus zum Schnäppchenpreis gekauft. Aber anders als gedacht, muss er dort alleine einziehen, denn seine Freundin hat sich gerade von ihm getrennt. Einsam nimmt er also das Großprojekt in Angriff, da wird es eines nachts von einem seltsamen Geräusch geweckt. Und tatsächlich stößt er im Dachgeschoss auf Anna, eine junge Herumtreiberin, die es sich hier gemütlich gemacht hat. Nach anfänglichen Schwierigkeiten raufen die beiden sich zusammen und Anna hilft Tim bei der Renovierung – gegen Essen und Unterkunft. Aber irgendetwas scheint mit ihr nicht zu stimmen. Als Tim ihrem schrecklichen Geheimnis auf die Spur kommt, ist er hin- und hergerissen. Kann er Anna wirklich glauben? Und was hat es mit dem alten Mann in der weißen Villa gegenüber auf sich, den die junge Frau immerzu beobachtet und von dem sie behauptet, er habe ihre kleine Schwester entführt?

Auf der Suche nach einem neuen Buch für meine Indie-Challenge, bin ich auf diesen Thriller gestoßen.  Vor kurzem habe ich den Schreibratgeber „Story-Turbo mit System“ von L. C. Frey gelesen, in dem der Autor uns an  seiner Planung und Entstehung eben dieses Psycho-Thrillers teilhaben lässt – vom Erstentwurf über die ersten Szenen usw. gibt er Einblick in seine Plotplanung. Natürlich bin ich dadurch neugierig geworden, welche Inhalte es dann tatsächlich in sein endgültiges Buch geschafft haben. War also in meinem Fall eine wirksame Verkaufsstrategie 😉. Pageturner? Na Frey-lich! weiterlesen

Astrid Korten: Wo ist Jay?

Cover Wo ist Jay? von Astrid KortenTitel: Wo ist Jay?

Autor: Astrid Korten

Genre: Psychothriller

Verlag: Indie

Seitenzahl der Printausgabe: 322 Seiten

Erscheinungsdatum: 18. Mai 2017

 

Im Aachener Stadtgarten wird eine junge Frau brutal überfallen und stirbt kurz darauf an ihren schweren Verletzungen. Als wenig später Mias Freundin Jay verschwindet, scheint sich niemand außer ihr im Freundeskreis Sorgen darüber zu machen. Selbst als sie eine verblüffende Ähnlichkeit zwischen der Toten und Jay feststellt, will ihr nicht einmal Jays Mann glauben. Mia macht sich dennoch auf die Suche und findet dabei heraus, dass sie ihre Freundin gar nicht wirklich gekannt hat. Astrid Korten: Wo ist Jay? weiterlesen

[Rezension] Carine Bernard: Pater Noster

Titel: Pater Noster

Autor: Carine Bernard

Genre: Krimi, Romantik

Verlag: Indie

Seitenzahl der Printausgabe: 230 Seiten

Erscheinungsdatum: 24.06.2016

 

Deborah, Praktikantin in der Werbebranche, hat sich gerade von ihrem Freund getrennt. Als ihr neuer Chef Interesse an ihr zeigt, beginnt sie eine heiße Affäre mit ihm. Doch dann geschieht ein Mord in der Agentur, ihr Chef wird verhaftet und auch ihr Ex-Freund gerät unter Verdacht. Und was hat es mit dem großen roten Auge auf sich, das auf einmal überall in der Stadt auf Plakaten auftaucht? Gibt es einen Zusammenhang mit dem Armband aus Pater-Noster-Perlen, das Deborah als geheimnisvolles Päckchen erhalten hat? [Rezension] Carine Bernard: Pater Noster weiterlesen

[Rezension] J. Vellguth: Das Päckchen

Titel: Das Päckchen

Autor: J. Vellguth

Genre: Liebesroman

Verlag: Indie

Seitenzahl der Printausgabe: 336 Seiten

Erscheinungsdatum: 21. April 2017

 

Als Emmas Arbeitsplatz, eine Kinderbibliothek, einem Wasserschaden zum Opfer fällt, fasst sei einen Plan. Mit ihrem kleinen Youtube-Kanal will sie zu einer Spendenaktion aufrufen, die nicht nur ihr den Job, sondern auch den Kindern ihre Bücher erhalten soll. Überraschend erhält sie Unterstützung von einem Unbekannten, der ihr ein Päckchen schickt mit Fanartikeln ihres Lieblingsautors. Diese darf sie auf ihrem Kanal verlosen, um mehr Geld einzunehmen. Doch wer ist dieser Lukas, und warum hat er so gute Kontakte zu Emmas Lieblingsschriftsteller?

„Das Päckchen“ ist bereits das zweite Buch von Jacky Vellguth, das ich lese. Einen etwas ausführlichen Bericht zum Werdegang der Selfpublisherin findet ihr bei unserer Rezension zu „Die schönste Zeit des Jahres“. Diesmal war ich neugierig, ob man Veränderungen feststellen kann, nachdem die Autorin sich mit ihrem neuen Werk deutlich mehr Zeit gelassen hat, als bei ihrer damaligen Aktion, in deren Rahmen sie jeden Monat ein Buch geschrieben und veröffentlicht hat. Und so ist es wirklich. Dieses neuer Roman gefällt mir deutlich besser als das Weihnachtsbuch, hat mehr Tiefe und variantenreichere Charaktere. Mit anderen Worten, ich finde es weniger seicht als das erste. Ich habe es mir direkt am ersten Tag heruntergeladen und dank einer längeren Zugfahrt am Wochenende die Hälfte sofort durchgelesen. Das spricht ja schon mal für sich, oder?

Natürlich ist die Handlung genretypisch nicht sonderlich ausgeprägt. Ein bisschen mehr Spannung hätte sich vielleicht einbauen lassen, wenn nicht von vornherein klar gewesen wäre, das Lukas und der von Emma angehimmelte Autor Richard Taylor ein und dieselbe Person sind. Und, nein, ich spoilere hier nicht, denn das dürfte wirklich jedem nach den ersten Kapiteln klar sein.

Die Hauptfiguren Emma und Lukas sind facettenreich beschrieben, und haben beide eine schwierige Vergangenheit. So litt etwa Emmas Mutter vor ihrem Tod unter Alzheimer, und auch Lukas hat mit verschiedenen persönlichen Problemen zu kämpfen. Das gefällt mir gut und macht die Freude über das Happy End beim Leser auch größer.

Der Schreibstil von J. Vellguth ist flott und modern – mit einem Problem. Vielleicht spricht es ihre Leserschaft an, aber in meinen Augen verwendet sie massiv zu viele blumige Adjektive. Ihre Beschreibungen der Gefühlswelt der beiden Protagonisten finde ich maßlos übertrieben. Da ist z. B. die Rede von einem Herz, das zur Wassermelone anschwoll oder zur Erdnuss schrumpfte. Ein Zitat: „Eine Brausetablette plumpste in den glitzernden Ozean ihres Magens, sprudelnd goldener Schaum füllte ihre Brust, kitzelte in ihrer Lunge, an ihrem Herz vorbei, durch ihren Hals und prickelte bis hinauf in ihre Lippen.“ Sorry, aber das ist einfach zu viel für mich!

Noch ein Punkt hat mich etwas nachdenklich gemacht. Der Roman richtet sich an junge Frauen, und die Autorin bezeichnet ihre Bücher denn auch als romantisch-modern. Aber ich frage mich, wie werde ich ein solche Lektüre in fünf oder zehn Jahren finden, wenn es vielleicht keine „Booktuber“ oder „Hangouts“ mehr gibt, und niemand „Hacky Sack“ spielt. Sicher trägt die Verwendung solcher Begriffe dazu bei, dass das Buch im Moment modern auf die Leser wirkt. Aber so ein wenig hat es für mich damit auch ein Verfallsdatum. Das ist aber natürlich nur meine ganz persönliche Sicht, die mir beim Lesen gekommen ist.

Fazit: Nette, unterhaltsame, leichte Liebesgeschichte in modernem Setting, genau das Richtige für eine langweilige Zugfahrt 😉. Lediglich die vielen blumigen Adjektive in den Beschreibungen trüben für mich den Lesegenuss. Deshalb ein Punkt Abzug.

Gerngelesen: 📚📚📚📚 von 5

[Rezension] Nika Lubitsch: Im 8. Kreis der Hölle

Titel: Im 8. Kreis der Hölle

Autor: Nika Lubitsch

Genre: Krimi

Verlag: Indie

Seitenzahl der Printausgabe: 320 Seiten

Erscheinungsdatum: 2. April 2017

 

Vor zwanzig Jahren verschwand Danielas große Schwester, nachdem sie sich nachts aus dem Haus geschlichen hatte, um sich mit ihrem Freund zu treffen. Weder wurde ihre Leiche gefunden, noch konnte die Polizei irgendeinen Hinweis auf ihren Verbleib ermitteln. An dieser Tragödie ist die ganze Familie zerbrochen. Als Daniela zufällig bei einem Kanada-Aufenthalt ein Zirkusplakat sieht, ist sie wie elektrisiert. Sie ist sich ganz sicher, ihre Schwester darauf zu erkennen. Ist Franzi damals mit ihrem Freund abgehauen und zum Zirkus gegangen? Daniela macht sich auf die Suche, um ihre Schwester zu finden.

Dieses Buch habe ich mir gekauft, weil ich schon lange einmal etwas von Nika Lubitsch lesen wollte, hat sie doch einen gewissen Namen in der Selfpublisher-Szene. Als dann ihr neuer „Zahlenkrimi“ erschien, habe ich bei einer 99cent-Aktion zugeschlagen. Die „Zahlenkrimis“ stehen dabei als Synonym für ihre Stand-alone-Romane und eigenen sich deshalb gut als Einstieg. Außerdem kann ich so etwas an meiner Indie-Challenge arbeiten.

Ich lese gerne das erste Kapitel an, auch um die manchmal arg spoilernden Klappentexte zu meiden. Die Geschichte beginnt mit dem Tag des Verschwindens von Danielas Schwester Franzi. Ich war sofort gefesselt und wollte unbedingt weiterlesen.
Dann kommt ein Sprung im Zeitablauf, und es geht in der Gegenwart weiter, zwanzig Jahre später. Danny entdeckt die Hinweise über den Aufenthalt der Schwester.

Von hier an nimmt die Geschichte einen sehr wechselhaften Verlauf. Glaubt man, langsam eine Ahnung zu bekommen, was damals passiert sein könnte, so wird man im nächsten Augenblick eines besseren belehrt. Dieses Wechselbad der Gefühle wird durch die Form der Ich-Erzählung verstärkt. Wir erfahren alles aus der Sicht von Danny. Der Verdacht kommt auf, dass dies vielleicht nicht so ganz der Realität entspricht, ist aber auch nur eine Ahnung.

Viel kann ich von der weiteren Geschichte nicht erzählen, ohne zu spoilern. Sie ist auf jeden Fall spannend genug, dass man das Buch kaum weglegen möchte. Lediglich das Ende hat mich etwas unbefriedigt zurückgelassen, denn die Auflösung lässt doch einige Fragen offen, besser gesagt, Spielraum für Interpretationen durch den Leser. Solche Abschlüsse mag ich eigentlich nicht so gerne, mir ist lieber, es gibt ein klares Ende.

Fazit: Tolles Buch, spannende Geschichte, mitreißend geschrieben, lediglich für das Ende gibt aus meiner Sicht einen Punkt Abzug. Aber absolut empfehlenswert!

Gerngelesen: 📚📚📚📚 von 5