Carine Bernard: App to Date – moderne Krimi-Romanze

Psychologie-Studentin Jenny forscht an einer Dating-App. Als sie selbst darüber Jakob kennenlernt, geschehen in ihrer Umgebung schlimme Dinge. Moderne Krimi Romanze von Carine Bernard, die nachdenklich macht. Empfehlung!

Dieses Ebook wurde mir als Rezensionsexemplar von der Autorin Carine Bernard zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Cover zu Carine Bernard: App to dateTitel: App to Date

Autor: Carine Bernard

Genre: Krimi-Romanze

Verlag: Indie

Seitenzahl der Printausgabe: 292 Seiten

Erscheinungsdatum: 13. Oktober 2017

 

Jenny, Psychologie-Studentin, arbeitet an der Uni in einer geheimen Forschungsgruppe, die eine Dating-App entwickelt hat. Benutzen darf sie diese lediglich zu Forschungszwecken und datet dabei mit erfundenem Profil verschiedenen Männer. Als ihr Bruder diese App auf ihr neues Handy installiert und auch sofort ausprobiert, trifft Jenny dabei auf Jakob – und verliebt sich in ihn. Jennys Forschungsleiter an der Uni erfährt von diesem privaten Treffen und verbietet sie sofort. Die wissenschaftlichen Ergebnisse sollen nicht verfälscht werden. Doch dann geschehen in Jennys unmittelbarer Umgebung dramatische Vorfälle: Ihr Bruder erleidet einen schweren Unfall und ein ehemaliger Proband, der Jenny stalkt, wird ermordet. Schließlich gerät auch noch Jakob unter Mordverdacht. Aber steckt er wirklich dahinter?

Vor einiger Zeit habe ich den ersten Roman von Carine Bernard „Pater Noster“ gelesen, den sie als Selfpublisherin veröffentlicht hat. Auch er spielt wie „App to date“ in Düsseldorf, was ich sehr reizvoll finde, denn ich wohne in unmittelbarer Nähe. Mit Vergnügen habe ich einige Örtlichkeiten wiedererkannt, die auch ich schon besucht habe. Man merkt die Kenntnis der Autorin aber auch an solchen Aussagen wie „Düsseldorf, die Stadt mit den vierhundert Regentagen pro Jahr“. 😉

Brisantes Thema, das nachdenklich stimmt

Die Autorin Carine Bernard versteht es, interessante Themen in unterhaltsamer Art aufzubereiten. Was ihr schon mit ihrem ersten Roman gelang, wird hier fortgeführt. Datenschutz und Big Data sind Problematiken, mit denen sich heute jeder auseinandersetzen sollte und muss. Obwohl es sich um Unterhaltungslektüre handelt, wird der Leser durchaus nachdenklich gestimmt. So leicht installiert man nach dem Lesen des Buches wahrscheinlich keine App mehr…

Die Idee hinter der Dating-App klingt zunächst sehr interessant. Jenny ist mit Feuereifer bei ihrer Arbeit dabei. Die App ermittelt aus den auf dem Handy hinterlegten Informationen ein Profil und sucht in der Umgebung nach Matches, also anderen App-Nutzern, die über ähnliche Profildaten verfügen. Die potentiellen Partner werden nach einem Ampelsystem dargestellt: grün passt perfekt, rot gar nicht. Witzig ist die Idee, den Usern Namen zu geben wie etwa „hellgraues Mauswiesel“ oder „lachsrote Amsel“. Dass da durchaus ein System dahintersteckt, erfährt  man als Leser, wenn Carsten,  Chef der Forschungsgruppe, genauer vorgestellt wird. Er hat mit seinem Projekt mehr vor, als seine Mitarbeiter ahnen. Dabei wird jedoch ebenfalls eine mögliche Fehlinterpretation der App offenkundig. Jennys Bruder, von der App als grün und somit perfekter Partner erkannt, übernachtet bei ihr. Carsten, der Jennys Daten nach der bekannt gewordenen privaten Nutzung überprüft, glaubt an ein Affäre. Daten allein sagen eben nicht alles.

Dramatische Entwicklungen

Als Jennys Bruder tragischerweise verunglückt, keimt der erste Verdacht beim Leser auf. Die Hinweise häufen sich, bis schließlich klar wird, dass es sich tatsächlich nicht um einen Unfall sondern um einen Mordversuch handelt. Ein weiterer Mord an einem von Jennys Datingpartnern bestätigt diese Vermutung. Wer dahinter steckt, ist für den Leser schon bald recht offensichtlich. So geht es im weiteren Verlauf des Buches nicht so sehr darum, den Täter zu entlarven, sondern Hintergründe und Motivation aufzudecken.
Auch das Schicksal von Marc, Jennys verunglücktem Bruder, ist sehr tragisch und man wartet mit Spannung darauf, welchen weiteren Verlauf sein Schicksal nimmt.

Die Figuren des Romans sind sehr lebendig dargestellt und lassen uns als Leser wirklich an ihrem Schicksal teilhaben. Sei es nun Jenny selbst, natürlich ihr schwer kranker Bruder, ihre Arbeitskollegen wie auch den Obdachlosen in der Suppenküche gewinnt man schnell lieb und fiebert mit ihnen mit. Eine kleine Schwäche empfand ich in der Figur des Jakob. Er war mir ein wenig zu klischeehaft dargestellt, was aber nur ein kleines Minus darstellt.

Guter Genre-Mix mit allem, was dazu gehört

Der gesamte Roman stellt einen interessanten und gelungenen Genre-Mix dar: ein bisschen Krimi mit Spannungselementen, eine romantische Liebesgeschichte, aber auch ein modernes Thema, das zum Nachdenken über den eigenen Umgang mit Daten anregt.

Gegenüber Carine Bernards Vorgänger-Roman „Pater Noster“ hat mir die Figurenentwicklung hier sehr viel besser gefallen. Sie wirken lebendiger und interessanter. Ebenso ist die Polizeiarbeit deutlich besser dargestellt, ein Kritikpunkt aus meiner damaligen Rezension, als der Kommissar mir etwas zu einfältig und dumm erschien. Schön, dass man nun in diesem zweiten als Selfpublisherin verlegten Buch so eine Entwicklung bei der Autorin sieht!

Fazit: Moderne Geschichte mit allem, was gute Unterhaltung ausmacht. Empfehlung!

Gerngelesen: 📚📚📚📚 4 von 5

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