Der Samurai von Sevilla – Japan trifft mittelalterliches Spanien

Obwohl es nicht wie vermutet in Japan spielt, überrascht „Der Samurai von Sevilla“ mit einem exotischen Setting und einer Geschichte voller spannender Intrigen.

Dieses Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür! Ihr könnt es z. B. hier bei Thalia kaufen.

John J. Healey - Der Samurai von SevillaTitel: Der Samurai von Sevilla

Autor: John J. Healey

Genre: Historischer Roman

Verlag: Heyne/E-Book

Seiten: 352

Erscheinungsjahr: 2018

 

Den historischen Roman für das Genre des Monats im September habe ich mir passend zu meinem Urlaub ausgesucht. Weil ich in Tokio war, habe ich mich für einen Roman entschieden, der sich mit dem Thema Japan beschäftigt. Der Protagonist Shiro begibt sich auf die entgegengesetzte Reise: Von Japan nach Europa. Als Bastard eines japanischen Fürsten begleitet er im Jahr 1614 eine Handelsdelegation nach Spanien. Die ersten Japaner, die europäischen Boden betreten, werden schnell in die Intrigen zwischen zwei Adelsfamilien verwickelt. Shiro muss sich nicht nur mit der fremden Kultur auseinandersetzen, sondern verliebt sich auch in die eigenwillige Guada, die aber bereits verheiratet ist.

Nicht ganz so japanisch

Zunächst einmal war ich ein wenig überrascht, dass der Roman sich doch mehr mit Spanien als mit Japan beschäftigt, dort spielt auch ein Großteil der Geschichte. Trotzdem ist das mittelalterliche Sevilla eine exotische Kulisse, insbesondere durch die Augen der japanischen Besucher. Das Aufeinandertreffen der Kulturen ist spannend und sorgt für verschiedene Konflikte, aber auch der Zwist zwischen den verschiedenen Adeligen sind komplexer, als ich es erwartet

Die beiden Hauptfiguren Shiro und Guada waren mir beim Lesen nicht immer unbedingt sympathisch. Dass ich nicht jede ihrer Entscheidungen nachvollziehen konnte, ist aber teilweise auch dem historischen Kontext geschuldet und hat mich nicht zu sehr gestört. Im Vergleich zu vielen anderen historischen Romanen, die oft das Schicksal einer jungen Frau in den Mittelpunkt stellen, finde ich das Setting und die Verstrickungen hier interessanter als die Charaktere an sich.

Leicht zu lesen, aber nicht seicht

Für einen historischen Roman ist mir positiv aufgefallen, dass sich „Der Samurai von Sevilla“ eher leicht lesen lässt, ohne dabei aber allzu seicht zu sein. Ich mag das Genre gerne und habe schon einiges aus dem Bereich gelesen, aber häufig ist die Sprache entweder ein wenig sperrig, oder aber es handelt sich um eine sehr leicht durchschaubare Handlung. Beides ist mir hier nicht aufgefallen, was ich sehr angenehm fand.

Europäisches Mittelalter trifft Asien

Einerseits handelt es sich bei „Der Samurai von Sevilla“ um einen klassischen historischen Roman, weil das Umfeld einer mediterranen Stadt im Mittelalter typisch für viele derartige Geschichten ist. Aber die Perspektive des Samurais sorgt für eine entsprechende Exotik und macht das Ganze noch interessanter. Die verworrenen Intrigen des spanischen Adels sorgen für ausreichend Spannung, damit die Geschichte sich nicht zu sehr hinzieht. Wenn ihr Lust auf einen historischen Roman mit einer etwas ungewöhnlichen Kombination habt, seit ihr mit diesem Buch gut beraten!

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