Reise zum Mittelpunkt der Erde – und zu den Wurzeln des Abenteuerromans

Jules Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ ist ein echter Klassiker unter den Abenteuerromanen. Obwohl die Geschichte Zeit braucht, um ihn Schwung zu kommen, bleibt die Abenteuerreise bis heute spannend.

Jules Verne - Reise zum Mittelpunkt der ErdeTitel: Reise zum Mittelpunkt der Erde

Autor: Jules Verne

Genre: Abenteuerroman

Verlag: Anaconda

Seiten: 287

Erscheinungsjahr: 1873

 

Im August war der Abenteuerroman unser Genre des Monats bei der „Reise durch die Genres“. Als das Thema feststand, war mir sofort klar, dass ich einen echten Klassiker des Genres lesen möchte. Und dann habe ich noch diese hübsche Ausgabe von „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ mit den Originalillustrationen entdeckt. Obwohl ich das Buch noch nie gelesen habe, mochte ich die Geschichte schon als Kind und kenne sie durch die diversen Verfilmungen. Besonders toll finde ich, wie Jules Verne hier eine exotische, fast schon magische Welt schafft, ohne richtige Fantasy-Elemente zu benutzen.

Langatmiger Anfang

Leider wurde meine Begeisterung zu Beginn der Lektüre etwas gedämpft:  Ich habe die doch recht altertümliche Sprache des Buches, das immerhin schon im 19. Jahrhundert erschienen ist, etwas unterschätzt. Die Perspektive von Axel, dem Neffen des Forschers Prof. Lidenbrock, der ihn auf seiner Reise begleitet, ist wie ein Tagebuch gestaltet. Gerade zu Beginn fand ich die ausführlichen Beschreibungen aber etwas langatmig. Bis die tatsächliche Reise zum Mittelpunkt der Erde beginnt, vergehen gut und gerne um die hundert Seiten. Dadurch wirkt das Buch viel dicker, als es eigentlich ist. Natürlich muss man das alles in einem historischen Kontext sehen, bei einer kurzweiligeren Erzählweise hätte ich mich aber besser unterhalten gefühlt.

Exotisches Setting

Danach wird die Handlung aber bedeutend interessanter. Obwohl ich vorher wusste, was passiert, hat mich insbesondere der MIttelteil begeistert. Die Enge und Beklemmung beim Abstieg ins Innere der Erde wird eindrücklich geschildert und baut Spannung auf. Die besonderen Kreaturen und Pflanzen im Inneren der Erde fand ich besonders faszinierend. Riesige Wälder aus Pilzen oder kämpfende Seeungeheuer sind aus heutiger Sicht keine neuen Ideen mehr, aber für mich zeigen sie sehr schön die Wurzeln des Abenteuerromans.

Zu Recht ein Klassiker

Alles in allem fand ich den Roman durchaus lesenswert. Gerade die Illustrationen lockern die Geschichte auf und wenn man sich einmal an die Sprache gewöhnt hat, sind die Beschreibungen sehr farbenfroh. Die Spannung braucht eine Weile, um sich aufzubauen und insgesamt würde ich die Handlung eigentlich nicht mit den Verfilmungen vergleichen. Auf jeden Fall ist „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ zu Recht ein Klassiker unter den Abenteuerromanen.

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