Karl Olsberg: Boy in a white Room, Young Adult, Thriller

Karl Olsberg: Boy in a white Room – „Cogito, ergo sum“

Was zunächst wie ein Science-Fiction-Thriller beginnt, entwickelt sich mit fortschreitender Handlung zu einem philosophischen Roman, der zu Gedanken über künstliche Intelligenz, Ethik und Moral anregt. Karl Olsberg hat hier ein Buch geschrieben, das nicht nur für junge Leser interessant ist!

Cover zu Karl Olsberg: Boy in a white RoomTitel: Boy in a white Room

Autor: Karl Olsberg

Genre: Thriller (Young Adult)

Verlag: Loewe Verlag

Seitenzahl der Printausgabe: 282 Seiten

Erscheinungsdatum: 11. Oktober 2017

Der 15jährige Manuel erwacht ohne jegliche Erinnerung in einem weißen Raum. Sein einziger Kontakt zur Außenwelt ist ALICE, eine „fortgeschrittene Hilfserweiterung auf Basis der Interpretation natürlicher Sprache“. Mittels dieser computergenerierten Stimme hat Manuel Zugriff auf das Internet und so versucht er, seiner fehlenden Erinnerung auf die Spur zu kommen. Dabei verschwimmt immer mehr die Realität. Wem kann er noch trauen? Und was ist die Wahrheit über seinen angeblichen Unfall, der ihn hierher geführt haben soll?

Spannender YA-Thriller von Karl Olsberg – mit Tiefgang

Der Roman wird aus der Ich-Perspektive der Hauptfigur des 15jährigen Manuel erzählt. Wir erfahren also nur, was er über seinen Zustand herausfindet und haben keinen Wissensvorsprung. Dabei geht es uns als Leser ähnlich wie ihm, auch wir sind verwirrt von den Personen, die in der Story auftauchen. Ständig werden deren Rollen in Frage gestellt. Manuel befindet sich in einer virtuellen Realität. Der Zugang zu ihr wird von seinem Vater kontrolliert, angeblich, um ihn zu schützen. Doch dahinter steckt viel mehr, als es zunächst den Anschein hat. Die Spannung bleibt hoch, wie Manuel selbst wollen wir erfahren, was hinter seinem angeblichen Unfall und dem Tod seiner Mutter steckt.
Bevor wir am Ende des Romans die Lösung des Rätsels erfahren, müssen einige Action-Szenen überstanden werden, Verfolgungsjagden inklusive.

„Cogito, ergo sum“

Die ersten Seiten des Buches haben mich sehr stark an den Film „Cube“ aus dem Jahre 1997 erinnert, einen Science-Fiction-Horrofilm. Doch die Ähnlichkeiten sind nur kurz. Auch die (vermeintlich) erste Auflösung von Manuels Situation kam recht schnell und somit hat der Roman erst einen etwas enttäuschenden Eindruck bei mir hinterlassen.
Das hat sich im Laufe der weiteren Handlung jedoch völlig geändert. Gemeinsam mit Manuel habe ich gefiebert, was nun wirklich mit ihm passiert ist – und hätte doch mit einem solchen Ende niemals gerechnet! Mehr möchte ich dazu nicht verraten, aber das Buch lässt den Leser auf jeden Fall nachdenklich zurück. Der philosophische Ansatz regt zum Nachdenken über künstliche Intelligenz und unseren Umgang mit ihr an. Als Stichwort ist hier die Aussage von Descartes zu nehmen: „Cogito, ergo sum“ (Ich denke, also bin ich). Aber für wen gilt das?

Die andere Perspektive

Ich habe ja vor kurzem das Buch „Alles, was wir geben mussten“ von Kazuo Ishiguro beendet, indem es um Existenz von Klonen, ihre Daseinsberechtigung und den Umgang der Menschen mit ihnen ging. Die Rezension dazu findet ihr hier. „Boy in a white Room“ von Karl Olsberg hat künstliche Intelligenz zum Thema, aber ich konnte doch einige Parallelen zu meiner vorigen Lektüre herstellen, was für mich beim Lesen sehr interessant war. Auch hier geht es um ethische Fragen der Existenz von menschlich geschaffenen „Wesen“.

Spannend und anspruchsvoll

Meiner Ansicht nach hat Karl Olsberg hier ein sehr spannendes, aber auch anspruchsvolles Jugendbuch geschrieben. Gerade in der Altersgruppe der Leserschaft, die er mit seinem Werk ansprechen will, ist die Frage nach dem Platz im Leben doch sehr präsent. Dazu regt das Ende des Buches auf jeden Fall an und ich denke auch in angemessener Weise für die anvisierten Leser. Aber auch habe mich gut unterhalten gefühlt und ein wenig Nachdenken über unsere Existenz schadet wohl in keinem Alter 😉.

Fazit: Spannender und nachdenklich machender Jugendthriller mit philosophischem Ansatz, auch durchaus für ältere Leser geeignet!

Dieses Buch wurde mir vom Autor Karl Olsberg über den Loewe-Verlag ohne jegliche Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ihr könnt das Buch z. B. hier bei Thalia kaufen.

 

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