„Opfermond“ – Düstere Fantasy vor orientalischer Kulisse

Ein Auftragsmörder, eine Prostituierte und ein blutiger Kult – „Opfermond“ bietet eine mitreißende Geschichte in einer orientalischen Fantasywelt. Spannung garantiert!

Opfermond - Elea Brandt CoverTitel: Opfermond

Autor: Elea Brandt

Genre: Fantasy/Thriller

Verlag: Mantikore/E-Book

Seiten: 330

Erscheinungsjahr: 2017

 

Dieses Buch habe ich mir für unseren Themenmonat Fantasy bei der „Reise durch die Genres“-Challenge ausgesucht. Denn ich wollte auch bei diesem Genre, aus dem ich schon viele Bücher gelesen habe, eine kleine Herausforderung haben. „Opfermond“ ist ein düsterer und blutiger Fantasyroman, der mit den klassischen Anteilen des Genres wie Drachen und Zwergen nicht mehr viel zu tun hat. Deswegen habe auch ich als erfahrene Fantasy-Leserin hier einiges Neues entdecken können.

Düstere Atmosphäre

Die Handlung spielt in der Stadt orientalischen Stadt Ghor-el-Chras, in der ein blutiger Gott in Gestalt eines Stieres verehrt wird. Die Gesellschaft ist stark gespalten zwischen dem reichen Viertel der Stadt, in der die Obrigkeit sorglos lebt und sich von Sklaven bedienen lässt und den Armenvierteln, in denen Tod und Verderben an der Tagesordnung sind. Auch die beiden Hauptfiguren entstammen unterschiedlichen Milieus: Der „Unbestechliche“ Varek ist ein Auftragsmörder, der sich durch seine Arbeit ein gutes Leben finanziert, aber trotzdem als gesellschaftlich Ausgestoßener gilt. Die Prostituierte Idra dagegen kämpft auf der Straße ums Überleben und wird von ihrem Zuhälter schikaniert. Durch beide Figuren wird schnell deutlich, wie rau und hart es in der Stadt zugeht – das wird auch verstärkt durch die direkte Sprache des Romans.

Spannende Thriller-Elemente

Die Geschichte beginnt damit, dass Varek von einem reichen Alchemisten gebeten wird, den Mord an seinem Sohn aufzuklären – eine eher ungewöhnliche Aufgabe für ihn, der sonst selbst für die Morde verantwortlich ist. Seine Ermittlungen führen ihn in die Armenviertel, wo er im Laufe der Zeit einem grausamen Kult auf die Spur kommt. Direkt zu Beginn wird es also spannend und bis zum Ende des Buches gibt es immer wieder neue, überraschende Wendungen. Der Roman ist also völlig berechtigt auch als Thriller einzuordnen und insbesondere die Suche nach dem Mörder geht auch schon in die Richtung eines Krimis.

Ein bisschen Magie und viel Blut

Die magischen Elemente spielen in „Opfermond“ eine nicht ganz so große Rolle. Zwar handelt es sich eindeutig um ein Fantasybuch, aber keiner der Protagonisten nutzt selbst übernatürliche Kräfte. Das ist aber auch ziemlich abwechslungsreich, denn statt Probleme mit Magie zu lösen, müssen die Figuren sich auf ihre eigenen Fähigkeiten verlassen. Auch das findet man im Genre nicht oft und aus meiner Sicht hat es die Spannung deutlich erhöht. Auch die Atmosphäre der orientalischen Stadt hat mir gefallen, weil es sich hier ebenfalls um ein recht ungewöhnliches Setting handelt. Das düstere Setting passt gut zur Handlung und wird sehr eindrucksvoll beschrieben. So habe ich mich als Leser immer direkt „mittendrin“ gefühlt. Ein bisschen zu viel des Guten wurde mir das an einigen Stellen aber doch: Gerade bei der Darstellung von Gewalt und Sex sollte man nicht unbedingt empfindlich sein, wenn man diesen Roman lesen möchte. Ich selbst bin hier auch schon ein bisschen was gewohnt, hätte mir hier aber teilweise etwas weniger explizite Beschreibungen gewünscht. Obwohl es sicher auch einen Beitrag zu Atmosphäre leistet, habe ich über manche dieser Abschnitte eher hinweg geblättert, weil ich dem nicht viel abgewinnen konnte.

Fazit: Fesselnd & Abwechlungsreich

Beide Protagonisten und auch die meisten anderen Figuren in der Welt wirken auf mich nicht wirklich sympathisch, aber das müssen sie auch gar nicht. Im harten Überlebenskampf in Ghor-el-Chras gibt es nur selten eindeutiges Gut und Böse, was aus meiner Sicht die Tiefe des Romans aber stark erhöht. Vor allem aber hat mir die Spannung der Geschichte gut gefallen. Es gibt viele neue Ideen und ein verworrenes Netz aus Personen, das man nicht sofort durchschaut. Wenn euch also die expliziten Beschreibungen nicht abschrecken, werdet ihr mit „Opfermond“ also sehr fesselnde Lesestunden erleben.

Gerngelesen: 📚📚📚📚 4 von 5

5 Gedanken zu „„Opfermond“ – Düstere Fantasy vor orientalischer Kulisse

  1. Hallo,

    schön, dass dir „Opfermond“ auch gut gefallen hat. Bei mir hat’s sogar 5 Sterne bekommen. Ich fand das Buch einfach total klasse. Es war mal was ganz anderes, als die Bücher, die ich sonst so lese. Die Autorin hat mich definitiv sehr beeindruckt.

    Liebste Grüße
    Myna

  2. Elea Brandt hat mich mit „Unter einem Banner“ schon von ihrer Art zu erzählen überzeugt. Da kam ich über die Gay Romance Schiene auf das Buch, und die Kombination mit Fantasy, das ich nicht unbedingt als Schwerpunkt, aber doch ab und zu ganz gerne lese, hat mir gefallen. Deshalb habe ich schon überlegt, auch „Opfermond“ zu lesen. Und wegen Deiner positiven Rezension wandert es gleich mal ein Stück höher auf meiner Leseliste.

    Liebe #Litnetzwerk-Grüße
    Gabi

    1. Hallo Gabi,
      „Unter einem Banner“ kenne ich noch gar nicht, aber Low Fantasy lese ich auch recht selten. Schön, dass dich meine Rezension von „Opfermond“ überzeugt hat, ich kann es wirklich empfehlen!
      Liebe Grüße,
      Krissi

  3. Hallo Krissi,

    eine sehr gelungene Rezension. Das Buch klingt wirklich interessant.
    Ich habe schon länger mehr keine Fantasyromane von deutschen Autoren gelesen, aber „Opfermond“ klingt nach einem guten Buch, um es noch mal mit ihnen zu versuchen.

    Liebe Grüße
    Elisa

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