[Hörbuch-Rezension] Samuel Bjørk: Federgrab

Ein totes junges Mädchen, dessen Mageninhalt lediglich aus Tierfutter besteht – nach „Engelskalt“ fordert auch der zweite Teil „Federgrab“ wieder alles von dem Ermittlerteam rund um Holger Munch und Mia Krüger.

Titel: Federgrab

Autor: Samuel Bjørk

Reihe: Kommissar Munch, Teil 2

Genre: Thriller
Verlag: Der Hörverlag
Spieldauer: 11 Std. 3 Min., ungekürzt
Sprecher: Dietmar Wunder
Erscheinungsdatum: 17.10.2016

Ein junges Mädchen wird in einem Wald bei Oslo tot aufgefunden – in einem Bett aus Federn, umgeben von einem Pentagramm aus Lichtern und einer weißen Blüte im Mund. Als Kommissar Holger Munch erfährt, dass das Mädchen vor drei Monaten verschwunden ist, und bei der Obduktion lediglich Tierfutter in seinem Magen gefunden wird, weiß er, dass er Mia Krüger in sein Team zurückholen muss. Nur sie hat die Gabe, sich in die kranke Köpfe solcher Täter hineinzuversetzen.

Hier stimmt einfach alles!

„Engelskalt“ war der erste Thriller von Samuel Bjørk und hat mir sehr gut gefallen. Das Team um Holger Munch ist super zusammengestellt, besonders Mia Krüger sticht als Ermittlerin hervor. Sie hat eine schwere Vergangenheit hinter sich, denn ihre Zwillingsschwester, zu der sie ein sehr enges Verhältnis hatte, ist vor einigen Jahren gestorben. Als Kommissar Munch sie zu seinem Fall in „Engelskalt“ zu Hilfe holt, will sie sich eigentlich gerade selbst das Leben nehmen. Und auch in „Federgrab“ stößt Mia Krüger immer wieder an ihre Grenzen, spürt aber, dass sie eine Aufgabe zu erfüllen hat.

Spannende Story, tolle Ermittler

In diesem Thriller stimmt einfach alles! Das Ermittlerteam besteht aus sehr interessanten Charakteren – und damit meine ich nicht nur Holger Munch und Mia Krüger. Auch die anderen Figuren sind spannend dargestellt, jeder mit einer eigenen Geschichte. Allerdings sollte man schon mögen, dass private Probleme der Protagonisten eine deutliche Rolle in der Geschichte spielen. Wer lediglich einen Fall gelöst haben will, wird mit diesem Buch nicht glücklich werden.

Ich habe einige Kritiken gelesen, die sich daran stören, dass viele Dinge aus dem ersten Thriller wiederholen sollen. Mir ist das nicht aufgefallen, und wenn, hat es mich nicht gestört – spannend fand ich alles trotzdem. Und ich finde es auf jeden Fall besser, gute Sachen zu wiederholen, als sich in zwanghaft neu erdachten Verwicklungen zu verzetteln.

Einziger Kritikpunkt meinerseits sind die vielen (falschen) Fährten, auf die der Autor uns führt. Das wäre an und für sich ja nichts schlechtes, aber leider sind einige Dinge davon doch recht abstrus und werden am Ende in zwei Sätzen aufgelöst. Also entweder vorher nicht so ausführlich darstellen oder nachher besser auflösen.

Wer mehr über die beiden Protagonisten erfahren will, findet interessante Ermittlerprofile bei  RandomHouse, natürlich besonders geeignet für Leser und Hörer, die den ersten Teil nicht kennen. Dort gibt es auch ein Interview mit dem Autor.

Wunderbarer Sprecher

Meine Begeisterung ist aber auch deshalb so groß, weil ich endlich! hier mal wieder ein Hörbuch habe, das richtig toll von Dietmar Wunder gelesen wird, besonders nach meiner letzten Pleite („Schwarze Witwen“) ein Genuss.

Fazit: Volle Empfehlung von mir, ob gelesen oder gehört. Aber am besten mit dem ersten Teil anfangen, sonst entgeht euch doch einiges an Charakterentwicklung.

Gerngelesen: 📚📚📚📚📚 von 5

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