[Rezension] Kate Morton: Das Seehaus

Titel: Das Seehaus

Autor: Kate Morton

Genre: Historischer Roman/Familiensaga

Verlag: Diana/Ebook

Seiten: 608

Erscheinungsjahr: 2016

 

Schon seit einer Weile habe ich mir immer mal wieder vorgenommen, ein Buch von Kate Morton zu lesen, zum Beispiel „Der verborgene Garten“, aber irgendwie kam es dann doch nie dazu. Als ich dann vor kurzem „Das Seehaus“ geschenkt bekommen habe, habe ich mich deswegen sehr gefreut. Dieses Buch habe  ich deswegen auch als Teil der Edelstein-Challenge gelesen als „Ein Buch, das du geschenkt bekommen hast.“

Der Roman verbindet zwei bzw. eigentlich noch mehr Zeitebenen: Zum einen erzählt er die Geschichte der 16-jährigen Alice, deren Bruder im Jahr 1933 während einer Sommerfeier ihrer Elten auf seltsame Weise verschwindet. Zum anderen geht es um die Polizistin Sadie, die diesen mysteriösen Fall nach über siebzig Jahren wieder aufrollt, um sich von ihren eigenen Problemen abzulenken.

Ich hatte mit einer typischen Familiengeschichte gerechnet und eigentlich auch mit mehr Anleihen aus einem Liebesroman. Auf den romantischen Teil wurde dagegen fast ganz verzichtet und die Lösung des Kriminalfalls um den verschwundenen Bruder steht im Vordergrund. Obwohl ich kein großer Fan von Krimis bin, fand ich die Geschichte unerwartet spannend und habe mich von der verschlungenen Handlung, in der viele verschiedene Theorien dargeboten werden, auch das eine oder andere Mal an der Nase herumführen lassen.

Alle Figuren in der Geschichte haben auf mich sehr echt und menschlich gewirkt. Sie haben alle Stärken und Schwächen und auch Sadie ist keine typische Heldin. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Perspektive häufig wechselt und damit das Handeln und die Hintergründe aller Mitglieder der Familie näher beleuchtet werden. Zum Beispiel wurde dadurch verständlich, warum Alice‘ Mutter aus ihrer Perspektive so steif und streng erscheint, in ihrer eigenen Sichtweise aber ganz anders auf den Leser wirkt.

Gut sechshundert Seiten fand ich dann doch sehr lang für die Geschichte und an manchen Stellen hatte ich schon den Eindruck, dass es etwas gestreckt wirkte – obwohl mich dicke Bücher sonst wirklich nicht abschrecken. Ein bisschen langatmig war es dann zwischendurch aber schon, denn wenn man weiß, dass noch über zweihundert Seiten folgen, ist es irgendwie abzusehen, dass die gerade vorgebrachte Theorie noch nicht die finale Lösung sein kann.

Trotzdem hat es mir Spaß gemacht, das Buch zu lesen und ich würde es auf jeden Fall weiterempfehlen!

Gerngelesen: 📚📚 📚📚 4 von 5

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