[Rezension] Stephenie Meyer: The Chemist – Die Spezialistin

Titel: The Chemist – Die Spezialistin

Autor: Stephenie Meyer

Gernre: Romantik-Thriller

Verlag: S. Fischer

Seitenzahl der Printausgabe: 624 Seiten

Erscheinungsdatum: 8. November 2016

 

Juliana Fortis hat als Verhörspezialistin für eine geheime Spezialeinheit der amerikanischen Regierung gearbeitet. Als bei einer Explosion in ihrem Labor ihr Mentor ums Leben kommt, ahnt sie, dass sie ebenfalls aus dem Weg geschafft werden soll. Seitdem lebt sie auf der Flucht vor ihrem ehemaligen Arbeitgeber.
Dann erhält sie eine Nachricht. Man verspricht ihr die Freiheit, wenn sie einen letzten Auftrag ausführt, denn nur sie kann die Informationen von dem einzigen Informanten beschaffen, die einen Terroranschlag verhindern können. Eine Falle oder doch eine Chance auf ein normales Leben? Juliana ist vorsichtig und entführt den Informanten auf eigene Faust, um ihm die Informationen zu entlocken – mit ihren eigenen Spezialmethoden.

Ich war neugierig, ob es Stephenie Meyer gelingt, nach ihren erfolgreichen Fantasyromance-Büchern einen guten Thriller zu schreiben. Leider wurde ich dabei doch ziemlich enttäuscht, denn die Geschichte verspricht deutlich mehr als sie später halten kann – schade!

Zu Beginn des Buches ist der Leser zunächst etwas verwirrt, denn die Protagonistin wird immer wieder anders genannt. Das soll ihre verschiedenen Identitäten andeuten, die sie während ihrer Flucht annimmt, irritiert aber doch etwas. Erst als sie ihr „Opfer“ entführt, bleibt sie bei einem Namen – Alex. Die Flucht und ihre allabendlichen Vorsichtsmaßnahmen, um einer Entdeckung vorzubeugen, sind spannend geschildert und lassen auf mehr hoffen. Skeptisch wurde ich aber dann bereits, als Alex Daniel, dem Informanten und ihrem Opfer, von dem sie Hinweise bezüglich des Terroranschlags erhalten soll, begegnet. Schon beim ersten Aufeinandertreffen scheint sich Daniel in Alex zu verlieben – und dieser Liebe können nicht einmal die Foltermethoden, mit denen Alex ihn quält, etwas ausmachen! Was in der Vampir-Fantasy-Welt von Edward und Bella noch ganz gut funktioniert, ist hier schlicht und einfach nur unglaubwürdig. Ist Daniel so ein Gutmensch, dass er alles versteht und verzeiht? Oder einfach nur naiv?

So geht es das ganze Buch über weiter. Ohne zu viel vom Inhalt verraten zu wollen: auch Hunde werden als Klischee nicht ausgelassen, um Alex‘ Verwandlung von der knallharten Verhörspezialistin zur verliebten Agentin auf der Flucht, die alles für den Geliebten tut, zu erklären.

Gestört hat mich auch die Folterszene zwischen Alex und Daniel, die meiner Meinung nach unnötig ausführlich dargestellt wird, als ob diese Härte aus dem Roman einen Thriller machen würde, dabei wirkt sie lediglich wie künstlich aufgesetzt und passt nicht zum restlichen Buch.

Insgesamt finde ich die Figuren sehr stereotyp dargestellt, so zum Beispiel auch Daniels Bruder, der ihm zu Hilfe eilt, und den typischen, knallharten Agenten widerspiegelt. Lediglich Val, eine Edelprostituierte, die den Protagonisten auf der Flucht Unterschlupf gewährt, bringt etwas Pepp in die Geschichte. Sie wirkt sehr lebendig und interessant.

Amüsant fand ich den Epilog, bei dem man erfährt was aus den Figuren geworden ist und wie sie heute leben. Das hat meinen nicht so positiven Eindruck noch etwas verbessert.

Fazit: Als Thriller völlig unbrauchbar, war aber vielleicht auch mein Fehler, das zu erwarten, schließlich wird das Buch auch nur als Roman vermarktet. Wer aber eine actionreiche Liebesgeschichte lesen möchte, wird hier fündig – meins war es leider nicht!

Gerngelesen: 📚📚 von 5

 

 

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