„Spurlos verschwinden“ von Frank M. Ahearn

Ist es möglich, spurlos zu verschwinden? Frank M. Ahearn, privater Kopfgeldjäger, geht der Frage nach, erzählt aus seinem großen Erfahrungsschatz und gibt Tipps zum Thema, die nachdenklich machen. Interessant!

Dieses Ebook wurde mir vom Piper Verlag über Netgalley zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Cover zu Spurlos verschwinden von Frank M. Ahearn, Kopfgeldjäger, Zielfahnder, PersonenfahnderTitel: Spurlos verschwinden

Autor: Frank M. Ahearn/Eileen C. Horan

Genre: Sachbuch/True Crime

Verlag: Piper Paperback

Seitenzahl der Printausgabe: 256 Seiten

Erscheinungsdatum: 2. Mai 2018

 

Frank M. Ahearn und seine Partnerin Eileen C. Horan sind private Personen- oder Zielfahnder, im Filmjargon würde man sie Kopfgeldjäger nennen. Sie spüren verschwundene Personen auf, die aus den unterschiedlichsten Gründen untergetaucht sind. In diesem Buch dreht Ahearn den Spieß um: Was muss man tun, um wirklich von solchen Experten wie ihnen nicht bzw. sehr schwer gefunden werden zu können – und welche Fehler sind unverzeihlich!

Einblick in den Kopf eines Personenfahnders

Keine Angst, ich will in nächster Zeit nicht untertauchen! Aber das Thema hat mich aus vielerlei Hinsicht interessiert. Zum einen schaue ich mir immer gerne Bücher an, die mir Einblick geben in die Welt der Verbrechen. Solche Informationen sind für Krimiautoren schließlich hilfreich 😉.  Wer weiß, vielleicht muss in meinen nächsten Roman jemand seine Spuren verwischen… (Wer sich für weibliche Psychopathinnen interessiert, findet hier übrigens ein ebenfalls gutes Buch).
Auf der anderen Seite sollte sich wahrscheinlich jeder ein paar Gedanken darüber machen, welche Informationen er im Netz hinterlässt und was jemand, der kriminelles Potential hat, damit anfangen kann.

Frank M. Ahearn bereitet das Thema interessant, fast etwas reißerisch, auf. Er streut immer wieder Geschichten mit realen? Personen ein, die ihm im Laufe seiner Arbeit begegnet sind. Das lockert die doch etwas trockene Problematik auf und liest sich leicht. Er selbst gibt zu, seine Methoden seien nicht immer einwandfrei, so bleibt der moralische Aspekt außen vor. Natürlich gibt es Menschen, deren Beweggründe unterzutauchen, jeder verstehen kann: Ein Frau, die vor ihrem gewalttätigen Mann flieht, ein Zeuge, der gegen einen Gangsterboss ausgesagt hat oder die Prostituierte, die verschwinden muss, damit der Zuhälterring sie nicht findet. Aber natürlich lassen sich die Tipps, die Ahearn in diesem Buch gibt, auch von Kriminellen nutzen…

Betrug mit Betrug bekämpfen

Nach einer ausschweifenden Einführung mit vielen Anekdoten und plakativen Sprüchen („Fürchten Sie jede Firma, die Ihnen das Leben erleichtern möchte“) geht der Autor zunächst auf die Arbeitsweise der Personenfahnder ein. Er erläutert ihre Methoden, die häufig recht simpel erscheinen und doch so viele Informationen über die verschwundenen Personen hervorbringen. Anlass für ihn, im weiteren Verlauf Tipps zu geben, wie es besser zu machen ist. Dabei geht er sehr ausführlich auf die einzelnen Dinge ein, die zu beachten sind, seien es Mietbriefkästen, Spoof-Karten, Off-Shore-Firmen, sogenannte „Freedom Phones“ oder auch Prepaid-Kreditkarten. Bemerkenswert ist, dass der Amerikaner Ahearn hier auch versucht, auf die Verhältnisse in Deutschland einzugehen. So wird das Thema „Spurlos Verschwinden“ für den Leser realer und bleibt nicht nur auf Hollywood-Filme beschränkt.

Drei Schritte auf dem Weg zum Verschwinden

Ahearn nennt im Folgenden drei Schritte, die nötig sind, um die Verfolger an jeder Biegung in eine falsche Richtung zu schicken, und das Aufspüren somit zu erschweren:

  1. vorhanden Daten verfälschen
  2. neue Falschinformationen streuen
  3. Neuanfang in einem völlig neuen, abgeschirmten Leben

Der letzte Schritt ist der größte: ein neues Leben! Und damit meint der Autor, tatsächlich alles hinter sich zu lassen, also neue Hobbys, neue Gewohnheiten. Viele Menschen werden über ihre alten Leidenschaften gefunden, weil sie es nicht lassen können, weiterhin Kunst zu sammeln oder immer noch die gleichen Bücher lesen.

Fazit: Ein sehr interessantes Buch, das sich aufgrund der lockeren Schreibweise gut lesen lässt. Zudem bietet es viele Informationen, die man jedoch mit etwas Abstand betrachten sollte. Viele Denkanstöße!

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