True Crime – „Psychopathinnen“ von Lydia Benecke

In diesem Sachbuch gibt die Psychologin und Therapeutin Lydia Benecke einen Einblick in „die Psychologie des weiblichen Bösen“. Anhand von historischen und aktuelleren Fällen von Psychopathinnen, ihren Taten und ihrer Lebensgeschichte erläutert die Autorin aktuelle Forschungsergebnisse. Spannend, aber auch gruselig, schließlich geht es um „echte“ Verbrechen.

Dieses Buch wurde mir vom Verlag Bastei Lübbe über Netgalley zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Cover zu Psychopathinnen - Die Psychologie des weiblichen Bösen von Lydia BeneckeTitel: Psychopathinnen – Die Psychologie des weiblichen Bösen

Autorin: Lydia Benecke

Genre: Sachbuch, True Crime

Verlag: Bastei Lübbe

Seitenzahl der Printausgabe: 432 Seiten

Erscheinungsdatum: 29. März 2018

Ich lese gerne Krimis und Thriller und gerade dort ist das Thema „Psychopathen“ ja äußerst präsent. An diesem Buch der Kriminalpsychologin Lydia Benecke interessierte mich, in wie weit sich hier Fiktion und Realität decken. Berücksichtigen Bestseller-Autoren solche Forschungsergebnisse oder sieht die Wirklichkeit ganz anders aus, als sie uns dies in ihren Büchern glauben machen möchten?

Die Rolle der Frauen in der Psychopathie ist lange Zeit unerforscht geblieben. Erst mit Erscheinen der Fallstudiensammlung „Die Maske der geistigen Gesundheit“ von Hervey M. Cleckley hat die Wissenschaft der Rolle der Frauen mehr Beachtung geschenkt. Dabei wird gerade bei den weiblichen Täterinnen der Kernpunkt der Psychopathie besonders deutlich: Die Diskrepanz zwischen den zunächst normal, sogar nett und freundlich erscheinenden Menschen und ihren vielfältigen Auffälligkeiten im Denken, Handeln und Fühlen.

Der Fall Diane Downs – Liebe um jeden Preis

Die Autorin Lydia Benecke hat ihr Sachbuch mit sehr vielen Beispielen angereichert, die sie äußerst ausführlich schildert. Ihre Informationen bezieht sie dabei aus den Vernehmungsprotokollen sowie der öffentlichen Berichterstattung. Besondere Aufmerksamkeit schenkt Benecke dabei dem Fall von Diane Downs, einer Amerikanerin, die 1983 ihre drei Kinder schwer verletzt in die Notaufnahme einlieferte und behauptete, ein Psychopath habe auf sie geschossen. Später bestätigte sich der Verdacht, dass die Mutter selbst für die Verletzungen ihrer Kinder verantwortlich war. Diane Downs gilt als die bestbeschriebenste, hochgradig psychopathische Täterin weltweit. Ihr Fall lieferte sogar die Vorlage für eine Hollywood-Verfilmung.

Viele ausführliche Fallbeispiele

Neben diesem stellt Benecke auch weitere Fallbeispiele vor, die sich über einen Zeitraum von rund hundert Jahren erstrecken. Dabei legt sie besonderen Wert auf eine ausführliche Beschreibung der Kindheit bzw. der Vorgeschichte der Frauen, um ihr Handeln näher zu erklären.
Mir waren einige dieser Ausführen zu lang, zumal sich einiges wiederholt. So wurden etwa viele der Frauen in ihrer Kindheit von Vertrauenspersonen missbraucht und haben gelernt, dass Liebe gleichzusetzen ist mit Verletzung.

Im Rahmen dieser Fallbeispiele stellt die Autoren auch verschiedene Persönlichkeitsstörungen vor. Besonders interessant fand ich dabei die von Robert Hare entwickelte „Psychopathie-Checkliste“, kurz PCL-R, die auf den Erkenntnissen von Checkley beruht. Gerade die Überschneidungen, Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede bei den vielfältigen Formen der Persönlichkeitsstörungen sind sehr aufschlussreich.

Nur die wenigsten Psychopathen sind Serienmörder

Abschließend sei noch darauf hingewiesen, dass Lydia Benecke deutlich macht, dass ein Tötungsdrang nur bei den wenigsten Psychopathinnen vorhanden ist. Die reißerische Berichterstattung über spektakuläre Mordfälle trägt sicher zu solch einem falschen Bild in der Öffentlichkeit bei. Jedoch „sind die wenigsten psychopathischen Menschen Serienmörder“ (Zitat).

Fazit: Ein interessantes Buch, das nicht ganz einfach zu lesen ist, aber viele aufschlussreiche Informationen bietet.

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