LBM18 – viel von allem (Bücher, Menschen, Schnee)

Eigentlich war für uns dieses Jahr nur die Frankfurter Buchmesse geplant, dafür aber die ganze Zeit. Genau, eigentlich… Als wir im Januar die sich immer mehr häufenden Kommentare wie „Ich freue mich so auf die Leipziger Buchmesse“, „LBM – wir kommen“ usw. lasen, war die Sehnsucht dann doch da – zumal wir noch nie dort waren! Das hat natürlich auch seine Gründe, denn für uns beide ist Leipzig schon fast eine kleine Weltreise im Gegensatz zu Frankfurt. Dorthin könnten wir sogar eine Tagestour machen, aber nach Leipzig ist die Anreise mit allem drum und dran bei sechs bis acht Stunden, wenn es gut läuft – genau, wenn!

Oder sollen wir doch mal?

Da Krissi noch einen Resturlaubstag hatte, der im März genommen werden musste, wurden unsere Überlegungen schon etwas konkreter. Als dann die Akkreditierung genehmigt wurde, es noch Zimmer im Hotel Sachsenpark direkt an der Messe gab und die Züge auch noch zu (fast) erschwinglichen Preisen zu buchen waren, war es entschieden: Wir machen einen spontanen Wochenendtrip und schauen uns das alles in Leizpig mal ganz entspannt an. Aber alles sollte anders kommen…

Die Bahn, der Schnee und das Pressezentrum

Zunächst machte uns die Bahn erst einmal einen Strich durch die Rechnung, denn unsere Züge fuhren nicht wie geplant. Alles geändert, so dass wir beide aber immer noch ab Frankfurt am Main zusammenfahren konnten, sah ganz gut aus. Wurde knapp (ich hatte zeitweilig nur eine Minute zum Umsteigen), aber schließlich saßen wir beide im Messezug nach Leipzig – und sahen mit Schrecken Fotos auf Twitter vom Schnee auf der Fahrt dorthin und in Leipzig selbst. Hatten wir zwar gehört, aber nicht wirklich glauben können, war bei uns doch fast frühlingshaftes Wetter.

LBM, Rose
Die Rose vor der Messe

In Leipzig-Messe aus dem Zug raus, wurden wir erst einmal vom Schneesturm begrüßt. Die 10 Minuten zu Fuß bis zum Hotel hatten uns in Schneefrauen verwandelt, durch gefroren waren wir auch. In der Lobby aufgewärmt ging es aber direkt zurück zur LBM – und auf die Suche nach dem Pressezentrum. Ich weiß nicht mehr, wie viele Mitarbeiter wir gefragt haben, bis wir an jemanden kamen, der uns den Weg so halbwegs beschreiben konnte. Leider mussten wir dazu wieder aus der Haupthalle raus und zwei Gebäude um die Ecke laufen – ohne Jacken, die wir natürlich brav direkt an der Garderobe abgegeben hatten. Die Schlange dort wollten wir uns dann aber doch nicht noch einmal antun…

Schließlich waren wir aber in der Messe und konnten uns erst einmal orientieren. Da erschien es uns noch ganz in Ordnung, die Menschenmassen kamen erst später… Vor unserem ersten Termin sind wir durch die Hallen geschlendert, haben hier und dort ein wenig zugehört, bevor wir zum Blogntalk von RandomHouse gehen durften. Dort gab es mehrere Tische, denen man zugeteilt wurde, und an dem jeweils zwei Autoren saßen. Die Idee dahinter war nett, aber leider wurde aus den Gesprächen aufgrund der Geräuschkulisse wenig, denn alle Tischrunden fanden in einem Raum statt. So konnte man sich eigentlich nur mit den Leuten unterhalten, die direkt neben einem saßen. Schade, davon hatten wir uns etwas mehr erhofft…

Storyteller Award, LBM
Kick off Storyteller Award bei Amazon

Weiter ging es dann noch zum Stand von Amazon, dort stand der Kick off des diesjährigen Storyteller Awards an. War auch ganz nett, es gab wieder leckere Snacks und diesmal sogar Sekt und Wein. Wir futterten uns durch. Damit war der erste Messetag für uns auch beendet, denn beim Verlassen der Hallen mussten wir feststellen, dass der Schnee noch mehr geworden war und kalt war es auch noch. Also beschlossen wir, „Leipzig liest“ auf Samstagabend zu verschieben und lieber das Einkaufscenter mit DeBeukelaer-Factory-Outlet aufzusuchen – eindeutig ein Fehler (nicht nur wegen der großen Kekstüten, die es dort gab und die unser Gepäck neben den Büchern noch zusätzlich beschweren sollten).

Samstag früh der Blick aus dem Hotelzimmer

Gemütlich im Hotel den Tag Revue passieren lassen und auf Samstag freuen – passt! Morgens war der Schneepegel dann noch einmal höher, aber was soll’s, wir hatten es ja nicht weit zur Messe. Dort nutzten wir die erste, noch recht ruhige Stunde, um die Manga-Comic-Con in Halle zu besuchen – ein Fest! Hat uns sehr gut gefallen, besonders, da man zu der Zeit noch ganz entspannt durch die Gänge gehen und mit den Leuten reden konnte, später war das nicht mehr möglich. Auch die anderen Hallen waren kaum noch zu betreten und so brauchten wir zum Teil mehr als eine halbe Stunde, um von einem unserer Termine zum nächsten zu kommen, von mal eben ein Buch an einem Stand abholen (wie vereinbart) ganz abgesehen.

LBM, Comic-Con, Tee-Lounge
Schöne Tee-Lounge in Halle 1 – noch recht leer

Das Bloggertreffen bei Amazon war jedoch trotzdem nett, auch wenn der Autor Alexander Hartung leider im Schneechaos mit der Bahn stecken geblieben war. Ich hätte mich gefreut, ihn zu treffen, bin ich doch ein Fan seiner Jan-Tommen-Reihe. So habe ich mich aber mit seinem Lektor unterhalten können, was auch interessant war und mal eine andere Perspektive bot. Und ein Vorab-Exemplar seiner neuen Reihe konnte ich auch ergattern!

Die Superhelden-Party von dtv anlässlich der Veröffentlichung des Wonderwoman-Romans war auch ganz nett, wenn auch von einigen Längen geprägt. So sind wir dort auch vor Ende gegangen. Aber neben dem Kuchen war auch die Lesung toll und hat mich durchaus neugierig gemacht, auch wenn der Roman nicht ganz meine Richtung ist.

LBM-Bloggerlounge als Rettungsort 😉

LBM, Bloggerlounge
Die Bloggerlounge – wir waren da – und zwar ausgiebig!

Ein Highlight war für uns jedoch die Bloggerlounge: immer ein guter Anlaufspunkt, (fast) immer ein Kaffee und ein Sitzplatz – perfekt! Vielen Dank dafür! Noch schöner wäre es gewesen, wenn sie nicht in der hintersten Ecke gelegen hätte, aber nun gut…

Der Samstag war also geprägt von Menschenmassen, Gedrängel und schlechter Luft, aber wir freuten uns auf die Leipziger Innenstadt am Abend mit netten Lesungen. Stutzig wurden wir, als wir an den Ständen immer wieder Leute reden hörten, die Stunden gebraucht hatten, um zur Messe zu gelangen. Was war da los? Nachgefragt waren die Nachrichten deprimierend: Die S-Bahn konnte nicht fahren, der Leipziger Hauptbahnhof war komplett gesperrt, die Gleise vereist. Da wollten wir eine Fahrt mit der Tram nicht riskieren und haben die Leipziger Innenstadt somit bei unserem diesjährigen Messebesuch leider so gar nicht gesehen.

Eiszapfen in den Glasübergängen von Halle zu Halle

Eine weitere Sache ist uns aufgefallen und hat uns sehr gestört: In der großen Haupthalle der LBM hat es geregnet! Ja, ihr habt euch nicht verhört. Vermutlich durch den Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen und der Feuchtigkeit, die die vielen Besucher mit sich bringen (schlagt mich nicht, ich kann’s nicht besser erklären), hat es von der großen gewölbten Glasdecke getropft. Nicht ein bisschen, sondern richtig viel! Sehr unangenehm und ruft schon den Gedanken nach einer Fehlkonstruktion auf…

LBM, Gloria Manderfeld, Bloggersessions
Gloria Manderfeld (links) bei den Bloggersessions

Für Sonntag hatten wir hauptsächlich die Bloggersessions geplant. Einige hatten wir uns aus dem Programm rausgesucht. Die Qualität war recht unterschiedlich, nicht immer hatte man den Eindruck, als sei der oder die Rezensentin mit Herzblut dabei. Ein Highlight war für uns der Vortrag von Gloria Manderfeld von nerd-gedanken, die viele Anregungen und Informationen zum Thema „Alleinstellungensmerkmal für Buchblogger“ gegeben hat. Bei uns führte das zu großen Diskussionen, denn wir denken schon seit einiger Zeit über ein neues Konzept nach. (Darüber erfahrt ihr aber erst im nächsten Jahr mehr). Hier findet ihr übrigens Glorias Vortrag zum Herunterladen!

Kommen wir überhaupt nach Hause?

Leider erfuhren wir dann jedoch von Problemen auf unserer Bahnstrecke für die Rückfahrt. Die nächsten Stunden verbrachten wir mit Internetrecherche, Twitteranfragen und Hotline-Anrufen – nicht wirklich schön. Die Lust auf die restliche Messe verging uns, denn wenn man nicht weiß, wie man am Abend zurückkommt und am nächsten Tag wichtige Dinge auf einen warten, ist alles andere nicht mehr ganz so spannend. Aber es gab auch nette Erlebnisse: So hat eine mir unbekannte Leipzigerin, die mir auf Twitter mit Auskünften zur Bahnfahrt geholfen hat, tatsächlich am Abend nachgefragt, ob wir gut nach Hause gekommen sind – fand ich so lieb! Heil gelandet sind wir, wenn auch deutlich später als geplant, aber immerhin mit Sitzplatz (denn wir vorsorglich noch reserviert hatten), das war mehr als viele andere im Zug hatten…

Das war’s für uns mit Leipzig!?

Unser Fazit zur Leipziger Buchmesse: Jetzt waren wir einmal da, haben alles gesehen und brauchen das nächstes Jahr nicht unbedingt wieder. War nett, aber Frankfurt hat für uns so viel mehr Vorteile, da kann Leipzig dann doch nicht mithalten – und das Schneechaos kommt noch oben drauf. Obwohl – die Manga-Comic-Con als Sahnehäbchen hat auch etwas… Schauen wir mal!

Selfie in der Bloggerlounge

4 Gedanken zu „LBM18 – viel von allem (Bücher, Menschen, Schnee)

  1. Hallo Ihr beiden, schöner Bericht. Ich war auch die ganze Zeit hin und her gerissen, doch noch hinzufahren. Aufgrund des Schneechaos‘ war ich aber froh zuhause “ mitzulesen“😉. Freu mich jetzt auch auf Frankfurt und die Litcamps. Liebe Grüsse Isabel

    1. Ja, zwischendurch haben wir auch gedacht, wären wir doch lieber nicht gefahren…
      Aber eine so ganz spontane Entscheidung geht (zumindest bei mir) nicht, da brauche ich immer ein paar Tage Vorlauf für die Vorbereitungen. Tja, und am Freitagmorgen sah man bei uns ja auch noch nichts von Schnee, wie auch am ganzen Wochenende – ist eben doch weit entfernt.
      Liebe Grüße,
      Corinna
      P.s.: Auch auf einen Kaffee in Heidelberg?

  2. Eure Anreise und auch der Aufenthalt fanden dieses Jahr unter erschwerten Bedingungen statt. Aber … Leipzig ist es wirklich wert und ich fände es sehr schön, wenn wir uns dort nächstes Mal mindestens auf einen Kaffee treffen könnten 😀 Vor ein paar Jahren hatten wir zur Messe zwar schon einmal Schnee, aber dieses Jahr herrschte echt Ausnahmezustand.

    Wäre schön, wenn ihr es nochmal wagt 😉

    Ganz liebe Grüße,
    Sandra

    1. Wir müssen Leipzig erst einmal sacken lassen, dann denken wir noch mal drüber nach ;-). Aber es ist halt auch ein sehr großer Aufwand für uns, daran hätte sich ja auch nichts geändert, wenn es uns gefallen hätte. Das jedes Jahr unterzubringen, ist für uns beide ziemlich sicher nicht möglich.
      Aber den Kaffee gibt es doch schon in Heidelberg, oder nicht? Darauf freuen wir uns schon sehr!

      Viele liebe Grüße,
      Corinna und Krissi

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