Stephen King: Das Institut

Schon ewig ist es her, dass ich mich an einem Stephen King versucht habe. Ich glaube, es war „Der Clown“, der mich mit seinem Horror so verschreckt hat, dass ich jedes neues Werk lieber links liegen gelassen habe. Doch als ich zufällig auf eine Kurzbeschreibung von „Das Institut“ stieß, war mein Interesse geweckt. Die begeisterten Rezensionen, die mir danach begegneten, taten ein übriges und ließen mich – trotz der enormen Länge von über 21 Stunden -, das Hörbuch aufs Handy laden. Eine Entscheidung, die ich nicht bereut habe, denn ich kann euch sagen, die nächsten Tage waren geprägt davon, dass ich alle nur irgendwie möglichen Tätigkeiten mit Stöpseln im Ohr ausgeführt habe…

Cover zum Hörbuch "Das Institut" von Stephen King

Titel: Das Institut

Autor: Stephen King

Genre: Thriller, Horror

Verlag: RandomHouse Audio
Version: ungekürztes Hörbuch
Sprecher: David Nathan
Spieldauer: 21 Std. 2 Min.
Erscheinungsdatum: 10.09.2019

Eines Nachts wird Luke aus seinem Zimmer entführt. Als er wieder aufwacht, glaubt er zunächst, nur schlecht geträumt zu haben, denn sein Raum sieht genauso aus wie immer – oder doch nicht? Er befindet sich im „Institut“, völlig abgeschottet von der Außenwelt. Erst langsam wird ihm im der Zweck seines Aufenthaltes klar. Die hier inhaftierten Kinder mit ihren paranormalen Fähigkeiten haben klare Aufgabe zu erfüllen, koste es, was es wolle…

Schlaflose Nächte garantiert

Ich möchte direkt am Anfang eine Warnung aussprechen: Dieses Buch ist wahrhaftig nicht für zartbesaitete Seelen geeignet. Obwohl – das dürfte eigentlich jedem Leser klar sein, wenn er zu einem Stephen King greift. Aber gerade dieses Thematik, insbesondere der nüchterne Schreibstil, in dem King die Grausamkeiten, die die Kinder im Institut zu erleiden haben, schildert, gehen an die Nieren. Als Bettlektüre vor dem Einschlafen ist dieses Buch nicht geeignet, es sei denn, man möchte die ganze Nacht hindurch lesen. Spannend genug ist es dafür auf jeden Fall!

Zu einem Page-Turner wird das Werk nicht nur durch seinen grandiosen (und langen) Showdown, sondern auch durch die beiden Handlungsstränge. Stephen King versteht es, den Leser lange im Unklaren zu lassen, was beide Hauptfiguren wohl zu einander führen wird. So beginnt das Buch auch nicht mit Luke, der jugendlichen Hauptfigur, sondern setzt am anderen Ende ein. Wir begegnen zunächst Tim, der in dem kleinen Städtchen DuPray strandet, um dort als Nachtwächter zu arbeiten. Der zweite Handlungsstrang und damit der Hauptteil des Buches widmet sich Luke und den anderen Kindern, die im Institut gefangen gehalten werden. Die Misshandlungen und Grausamkeiten, denen sie dort durch die Erwachsenen ausgesetzt sind, werden mit dem Dienst am großen Ganzen gerechtfertigt. Auch wenn King hier eindeutig Stellung bezieht, bleiben am Ende Fragen offen, die sich der Leser stellen muss. Somit neben der „Unterhaltung“ durchaus eine Lektüre, die nachdenklich macht.

Beängstigende (fiktive) Realität

Dabei gelingt es Stephen King, niemals rührselig zu werden. Seine Beschreibungen sind sachlich und nüchtern. Auch die Kinder selbst nehmen vieles als gegeben hin, ohne sich ernsthaft zu wehren. Gerade das macht die Darstellung um so eindringlicher. Wenn man von den „Tests“ liest, so laufen einem wahrhaftig Schauer des Grauens über den Rücken. Somit wird der Autor hier (wieder) zum King des Horrors.

Ich bin geneigt, mich einem weiteren Stephen King zuzuwenden. Tipps werden gerne entgegengenommen ;-).

Zum Hörbuch kann ich nur sagen, dass es wie immer fantastisch von David Nathan gelesen wurde. Etwas anderes hätte ich auch gar nicht erwartet. Trotz der über 21 Stunden habe ich das Buch innerhalb von kürzester Zeit beendet, was bei einem anderen (und schlechteren) Sprecher sicher schwieriger gewesen wäre.

Fazit: Sehr spannendes Hörbuch, dessen Geschichte mich noch einige Zeit verfolgt hat. Ein Tipp für Thrillerfans, die auch mit Horrorelementen umgehen können.

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