Die Krone der Sterne

In „Die Krone der Sterne“ kämpft die Baroness Iniza zwischen Raumschiffen, einem übermächtigen Hexenorden und mehr oder weniger vertrauenswürdigen Verbündeten um ihr Überleben. Ein tolles Weltraumabenteuer mit magischen Elementen.

Kai Meyer - Die Krone der Sterne

Titel: Die Krone der Sterne

Autor: Kai Meyer

Genre: Science-Fiction

Verlag: Fischer TOR

Seiten: 464

Erscheinungsjahr: 2017

In der fernen Zukunft von „Die Krone der Sterne“ herrscht eine allmächtige Gottkaiserin über das galaktische Reich der Menschen. Immer wieder werden junge Frauen als Braut für sie ausgewählt, die dann für immer im Kaiserpalast verschwinden. Als die junge Adelige Iniza diese Schicksal ereilt, will sie sich nicht damit abfinden und plant ihre Flucht. Doch die Hexen des Ordens, der der Gottkaiserin dient, sind nicht die einzigen, die es auf sie abgesehen haben.

Im Laufe der Geschichte trifft sie auf verschiedene Verbündete, die sich mehr oder weniger freiwillig ihrer Flucht anschließen. Aber auch Gladis, der Hauptmann ihrer Wache und ihr heimlicher Geliebter, bleibt an ihrer Seite.

Nicht noch eine Liebesgeschichte

Zuerst möchte ich auf die Charaktere der Geschichte eingehen. Ich fand es sehr erfrischend, dass man hier auf eine Liebesgeschichte als Nebenhandlung verzichtet hat. Bei einer jungen, weiblichen Hauptfigur ist das ja oft so üblich, dass ich richtig erstaunt bin, wenn es mal anders ausfällt. Iniza und Gladis sind schon am Anfang der Geschichte ein Paar, also muss sie sich nicht aufwendig in einen anderen Charakter verlieben, nur weil sie eben eine Frau ist.

Sowohl Iniza selbst als auch die anderen Charaktere fand ich sehr gelungen. Sie sind nicht völlig frei von Klischees, haben mich aber immer wieder überrascht. Die Händlerin Shana und der Kopfgeldjäger Kranit helfen Iniza zwar auf ihrer Flucht, verwandeln sich aber nicht sofort in loyale Gefährten. Das sorgt immer wieder für Spannung, weil man als Leser nicht weiß, wem die Protagonistin wirklich trauen kann. Ähnlich sieht es mit den verschiedenen politischen Fraktionen im galaktischen Reich aus. Ihre Verwicklungen untereinander sorgen für eine überraschende Komplexität der Handlung, ohne dass ich mich von zu vielen Verwicklungen erschlagen gefühlt habe.

Magie im Weltraum

Außerdem hat es mich begeistert, wie in dieser Space-Opera verschiedene Elemente vermischt werden, die nicht ganz typisch für das Genre sind. Als erstes wäre hier die Magie zu nennen, weshalb man auf jeden Falll von Space-Fantasy sprechen kann.
Am bemerkenswertesten fand ich aber noch etwas ganz anderes: Da der Hexenorden jeden technischen Fortschritt verbietet, gibt es kaum noch Technologie, die nicht mindestens tausend Jahre alt ist. Das führt also dazu, dass statt glänzenden Raumschiffen hauptsächlich Schrottmühlen unterwegs sind. Das sorgt immer wieder für Situationen, die nicht unbedingt typisch für das Genre sind.

Dafür kommt die Geschichte ganz ohne Außerirdische aus, was mich am Anfang ein bisschen gewundert hat. Aber die unterschiedlichen Fraktionen der Menschen mit ihren eigenen Interessen sorgen schon dafür, dass die Spannung nicht nachlässt. Als unbekannte Macht gibt es vielmehr die Maschinen, die vor langer Zeit gegen die Menschen gekämpft haben. Als Fan von Androiden wurde ich hier gleich positiv überrascht, dass diese ebenfalls eine Rolle spielen.

Die über vierhundert Seiten haben sich viel schneller gelesen, als ich dachte. Zum Glück ist der zweite Band bereits erschienen und auch der dritte Teil wird in wenigen Tagen veröffentlicht. Wenn ihr also auf der Suche nach einer schönen Space-Opera seid, solltet ihr euch „Die Krone der Sterne“ einmal genauer ansehen. Ich hatte viel Spaß beim Lesen, musste immer wieder Lachen und war gleichzeitig auch sehr gespannt, wie es weitergeht.

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