Moa Graven: Flächenbrand – für den Krimihunger zwischendurch

Im beschaulichen Ostfriesland geschehen grausame Morde. Hat die Wohngruppe problembehafteter Jugendlicher in der Nähe damit etwas zu tun? Jan Krömer und Lisa Berthold stehen grausamen Rätsel – von Moa Graven. Spannend, aber da wäre etwas mehr drin gewesen 😉

Cover Flächenbrand von Moa GravenTitel: Flächenbrand

Autor: Moa Graven

Verlag: Indie (cri.ki-Verlag)

Reihe: Jan Krömer, 5. Fall

Genre: Lokal-Krimi

Seitenzahl der Printausgabe: 242 Seiten

Erscheinungsdatum: 23. August 2016

Jan Krömer ist gerade auf einen entlegenen Hof auf dem Land gezogen, als er in seiner unmittelbaren Umgebung auf eine grausam entstellte Leiche stößt. Direkt in der Nachbarschaft gibt es einen weiteren Hof, auf dem eine seltsame Gruppe Problem-Jugendlicher unter der Leitung einer jungen Frau, Alex Chane, lebt. Haben sie etwas damit zu tun?
Als ein weiterer Mord geschieht, wissen Jan Krömer und seine Kollegin Lisa Berthold, dass sie sich beeilen müssen. Aber die Ermittlungen gestalten sich schwierig.

Für Indie-Challenge und #SelfPubChallenge muss ich Dezember noch einiges lesen. Dabei suche ich mir gerne mir unbekannte Autoren aus und stoße oft auf tolle Entdeckungen. Dieser Krimi von Moa Graven ist der fünfte Teil ihrer Reihe um den Profiler Jan Krömer und hat sich irgendwie auf meinem Reader gefunden, an den Kauf kann ich mich gar nicht mehr so recht erinnern.

Besser Krimi statt Thriller

Direkt vorweg: Moa Graven betitelt ihren Roman als „Thriller“. Wie ihr vielleicht gemerkt habt, sortiere ich das Werk etwas anders ein. Denn mit dem Begriff „Thriller“ ebenso wie „Profiler“ als Beruf von Jan Krömer wird in meinen Augen eine Erwartungshaltung geweckt, die nicht erfüllt wird. Der Protagonist ist Polizist, das Buch ein Krimi. Punkt. Vielleicht möchte man hier auf der verkaufsstärkeren Thrillerschiene mitfahren, aber enttäuschte Leser sind auch keine gute Werbung.

weihnachtliches Bild mit Flächenbrand von Moa GravenDie Figuren sind sympathisch, besonders ans Herz wächst einem „Chief“, ein Hund, den sich Jan direkt zu Anfang aus dem Tierheim auf seinen einsamen Hof holt, und der im Laufe der Geschichte nicht nur sein Sofa erobert. Jan Krömer selbst ist eher der hanseatisch-ruhige Typ, der viel Wert auf seine Intuition legt. Seine Kollegin Lisa Berthold bringt frischen Wind in die Ermittlungen und gibt keine Ruhe, wenn sie eine Idee hat.
Alex Chane, die Leiterin der Wohngruppe auf dem Nachbarhof, ist eine etwas undurchsichtige Figur. Anfangs sympathisch und interessiert an Jan, kann man sie im weiteren Verlauf aber nicht mehr so richtig einschätzen. Und überhaupt, wie kommt es zustande, dass eine einzelne junge Frau für 10 Jugendliche verantwortlich ist? Das die jungen Leute sich hier zum Neuanfang in ein anderes Leben einen eigenen Namen zulegen können, erschwert die Ermittlungen zusätzlich.

Spannende Zwischensequenzen

In kurzen Zwischenkapiteln begegnen wir dem oder den Tätern, wie sie auf der Suche nach Opfern sind und diese verstümmeln. Geheimnisvoll, spannend, aber die grausamsten Details erspart uns Moa Graven hier – also auch für etwas zartere Seelen geeignet 😉
Womit wir auch wieder bei einem meiner Lieblingsthemen wären: kurze Kapitel! Die sind hier wunderbar vorhanden und verleiten den Leser, immer noch einmal weiterzublättern.

Am Ende etwas flach – schwache Auflösung

Leider fällt die Spannung zum Ende hin etwas ab, die Auflösung ist flach, wirkt eher zufällig und ist  – nach einiger Zeit – durchaus vorhersehbar. Schade, hier wäre mehr Potential drin gewesen. Das hängt sicher auch mit der wenig raffinierten Ermittlungsarbeit zusammen. Der Leser hat den Eindruck, als ergäben sich viele Hinweise durch Zufall oder halt durch Jans Intuition. Andererseits werden manche Dinge nicht zur Zufriedenheit aufgelöst. So bleibt immer noch offen, warum Alex Chane die Jugendlichen so ganz allein im Wald betreuen darf. Hier hätte ich mir etwas mehr Glaubwürdigkeit gewünscht.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, das Buch einfach zu lesen. Sprachlich nicht unbedingt ein Meisterwerk, denn manche Dialoge wirken etwas arg flapsig und dadurch aufgesetzt.

Wenn ihr euch für die gesamte Reihe interessiert, geht es hier zur Website der Autorin.

Fazit: Solide, spannende Unterhaltung – für den kleinen Krimihunger zwischendurch! Ich habe mich trotz aller Kritik gut unterhalten!

Gerngelesen: 📚📚📚 3 von 5

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