Dan Brown lässt grüßen: „Akte Kronos“ von Matthias Bürgel

Spannender Thriller im Stil von Dan Brown. Die Suche nach dem Geheimnis um den Tod eines renommierten Krebsforschers führt Kommissar Sprenger von Deutschland bis quer durch Frankreich.

Dieses Rezensionsexemplar wurde mir vom Autor zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Cover Akte Kronos von Matthias BürgelTitel: Akte Kronos

Autor: Matthias Bürgel

Genre: Thriller

Reihe: David Sprenger, Teil 2

Verlag: Indie

Seitenzahl der Printausgabe: 428 Seiten

Erscheinungsdatum: 15.09.2017

Professor Wilberg wird tot in einem Hotelzimmer aufgefunden, alles deutet auf einen Selbstmord hin. Als Kommissar Sprenger den Fall trotzdem näher untersucht, wird sein Verdacht bestätigt. Auch Wilbergs Doktorandin Sina glaubt nicht an einen Suizid. Trotzdem sollen die Ermittlungen auf oberste Anweisung hin eingestellt werden. David Sprenger will das nicht hinnehmen und macht sich auf eigene Faust, lediglich unterstützt von Sina, an die Untersuchungen. Dabei kommen beiden einem gefährlichen Geheimbund zu nahe und müssen selbst um ihr Leben fürchten.

Kurz und knackig – so mag ich das!

Der Thriller beginnt, ganz wie ich es mag: kurze, knackige Kapitel, die man schnell hintereinander weg liest, weil man wissen will, wie es weitergeht. Dabei ist die Orientierung trotz unterschiedlicher Handlungsorte und Perspektiven leicht, denn der Autor hat jedem Kapitel eine Ortsangabe zugefügt. So findet man sich sofort gut in der Geschichte zurecht, auch wenn man noch nicht weiß, wie die Dinge zusammenhängen.

Dabei profitiert die Geschichte von dem Fachwissen des Autors Matthias Bürgel, der seit über 25 Jahren im Polizeidienst tätig ist. So wird etwa die Todesart des Professors sehr genau erklärt. Und der Autor legt durchaus Wert auf Details. So wird beispielsweise das Thema „Akku aus dem Handy nehmen, damit es nicht zurückverfolgt werden kann“ (was sicher jeder Krimileser  oder -zuschauer kennt) treffend differenziert, denn schließlich kann man heute aus dem meisten modernen Smartphones den Akku eben nicht mehr so einfach entfernen.

Auf den Spuren von Dan Brown

Wie bereits angedeutet, sind die Anleihen bei Dan Brown schon sehr deutlich. Es wirkt schon ein wenig abgekupfert, was der Spannung aber keinen Abbruch tut. Aber die Stichworte Geheimbund, Komitee der 300, Rat der Acht deuten schon sehr auf Verschwörungstheorien in diesem Stil hin.

Bei der Figurengestaltung gibt es jedoch ein Problem. Die Hauptfigur David Sprenger wird erst auf Seite 147 richtig beschrieben und zwar in dem Augenblick, in dem er der Doktorandin Sina Forget begegnet. Der Autor hat wohl beabsichtigt, den Kommissar aus der Sicht der jungen Frau darzustelllen, nur leider hat man sich da als Leser bereits ein (anderes) Bild von ihm gemacht.
Auch die Dialoge, besonders zwischen dem (älteren) Kommissar und den jungen Studentinnen sind etwas zu flapsig für meinen Geschmack.

Sex sells – aber auch nicht immer!

Womit wir bei meinem Hauptproblem mit diesem Thriller wären, das dem Roman auch seine 5-Sterne-Bewertung gekostet hat: die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren. Völlig unnötig, unglaubwürdig und dann auch noch übertrieben dargestellt. Sex sells trifft es eben auch nicht immer! Darauf hätte ich gut und gerne verzichtet. In meinen Augen hätte das Buch dadurch nur gewinnen können.

"Akte Kronos" mit Goodie-Bag
„Akte Kronos“ und die Goodie-Bag

Ich habe den Autor Matthias Bürgel auf der Frankfurter Buchmesse bei einem Meet & Greet am Stand von BoD getroffen und mich kurz mit ihm unterhalten können, ein interessantes Gespräch. Dabei habe ich neben dem Rezensionsexemplar auch ein Goodie-Bag mitgenommen. Dieses besteht aus einem echtem! – wurde mir glaubhaft versichert 😉 – Spurensicherungsbeutel zur Asservatensicherung sowie Autogrammkarte, Lesezeichen und ein paar Süßigkeiten zur Stärkung bei spannenden Lesestunden. Eine wirklich nette Werbeidee!
Außerdem hat mir Matthias Bürgel verraten, dass er bereits intensiv an einem weiteren Thriller arbeitet. Wir dürfen also gespannt sein.

Bei der „Akte Kronos“ handelt es sich um das zweite Buch des Autors. Auch in seinem Erstling „Projekt Goliath“ spielt David Sprenger die Hauptrolle. Inhaltlich wird dies zwar kurz erwähnt, aber Kenntnisse aus dem vorherigen Buch sind weder nötig, noch bieten sie einen Mehrwert, weshalb man sie in beliebiger Reihenfolge lesen kann.

Fazit: Spannender Verschwörungsthriller für Fans von Dan Brown. Abzug für die unglaubwürdige und übertrieben dargestellte Beziehung der beiden Hauptfiguren.

Gerngelesen: 📚📚📚📚 4 von 5

Ihr könnt das Buch sowie seinen Vorgänger „Projekt Goliath“ übrigens hier bei Thalia kaufen.

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