Die Schuld der Vergangenheit – toller Schweden-Thriller von Emelie Schepp

Der dritte Fall für die Staatsanwältin Jana Berzelius. Diesmal begeht ein Serientäter brutale Morde, bei dem die Opfer grausam entstellt werden. Ein toller neuer Schweden-Thriller von der Autorin Emelie Schepp. Für Hartgesottene!

Cover zum Thriller Engelsschuld von Emelie ScheppTitel: Engelsschuld

Autor: Emelie Schepp

Reihe: Jana Berzelius, Teil 3

Genre: Thriller

Verlag: Blanvalet

Seitenzahl der Printausgabe: 448 Seiten

Erscheinungsdatum: 18. September 2017

In der schwedischen Stadt Norrköping geschehen brutale Morde. Jedes Mal wird der Sanitäter Philip mit seiner Kollegin an den Tatort gerufen, jedes Mal können sie nichts mehr für die grausam entstellten Opfer tun. Die Ermittler Mia und Hendrik stehen vor einem Rätsel und suchen verzweifelt nach diesem Serientäter. Philip scheint in die Sache verwickelt zu sein, schweigt aber. Als die Staatsanwältin Jana Berzelius zu den Ermittlungen hinzugezogen wird, ahnt sie nicht, dass auch sie persönlich in den Fall verstrickt ist. Die Vergangenheit holt letztendlich jeden ein…

Emelie Schepp, nicht mehr ganz frische Krimi-Entdeckung aus Schweden, legt mit „Engelsschuld“ ihren dritten Thriller rund um die Staatsanwältin Jana Berzelius vor. Die Autorin hatte ihr erstes Buch „Nebelkind“ zunächst nur als Selfpublisherin herausgebracht. 2016 wurde sie als beste Spannungsautorin Schwedens ausgezeichnet.
Hier findet ihr auf der Verlagsseite weitere Informationen zu der Autorin inklusive eines kleinen Videos sowie weitere Bücher der Reihe.

Dritter Teil der Krimi-Entdeckung aus Schweden

Wie konnte mir diese Reihe bisher entgehen? Eigentlich halte ich gerne nach solchen Thrillern Ausschau, aber Emelie Schepp ist mir bisher unbekannt gewesen – eindeutig ein Fehler.  Also habe ich dieses Buch mehr durch Zufall begonnen, ohne genauer zu recherchieren, wie es sonst eigentlich meine Art ist. Dadurch fiel mir leider erst (zu) spät auf, dass es sich um den dritten Teil handelt, wodurch mir doch einige Informationen aus den ersten beiden Bänden fehlen.
Natürlich ist jedes Buch letztendlich ein einzelner Fall und kann alleine gelesen werden, aber die Hintergrundinformationen zu beispielsweise Janas Vergangenheit fehlen mir. Einiges davon wird im dritten Teil kurz erwähnt, aber ich bin davon überzeugt, dass Leser der ersten beiden Bände einen Mehrwert haben. Also machbar – aber besser mit „Nebelkind“ beginnen!

Viele Figuren – schlechte Absatzformatierung

Zu Beginn wird man mit sehr vielen Figuren konfrontiert, das ist etwas verwirrend. Sicherlich ist das auch leichter, wenn man einige Protagonisten bereits aus den ersten Teilen der Reihe kennt. Ich dagegen war doch manchmal etwas überfordert und musste zurückblättern. Hervorgerufen wurden diese Probleme aber auch durch eine schlechten Formatierung des Ebooks (ich kenne die Printausgabe nicht, weiß also nicht, ob es dort auch so ist). Innerhalb eines Kapitels wird häufig zu einem anderen Schauplatz gesprungen. Leider ist dies optisch aber nur durch einen winzig größeren Zeilenabstand zu ersehen – was mir beim Lesen nicht immer aufgefallen ist. Und schwupps, war ich schon bei einer anderen Figur. Wenn man die Namen also am Anfang noch nicht so gut kennt, liest man halt schon ein Stück, bevor man stutzig wird. Also wieder zurück und schauen, wo es los ging.
Liebe Leute, das muss doch nicht sein! Ein größerer Zeilenabstand, um eine neuen Abschnitt zu verdeutlichen, und schon hat es euer Leser leichter. Ich kann dies ja noch bei einem Selfpublisher-Ebook verschmerzen, da fehlt vielleicht einfach die Erfahrung, aber bei einem Verlagsbuch? Das sollte doch wirklich nicht passieren! Bei mir wird dadurch nur der wenig liebevolle Umgang mit dem Stiefkind „Ebook“ erweckt. Ich glaube, das wird ein Artikel für unsere Meckerecke…

Jana Berzelius – eine Anti-Heldin

Die Staatsanwältin Jana Berzelius ist mit Abstand die interessanteste Figur im Buch. Sie ist eine Anti-Heldin mit einer schwieriger Vergangenheit als Killerin, die z. B. im Laufe der Geschichte „mal eben so“ drei Menschen erschießt. Obwohl es sich dabei um Abschaum der Gesellschaft gehandelt hat, musste ich doch etwas schlucken. Auch ihr Verhältnis zu dem Verbrecher Danilo Peña spielt erneut eine Rolle, als er sie nach seiner Flucht zwingt, ihm Unterschlupf zu gewähren und ihm zu helfen. Beide teilen eine gemeinsame Vergangenheit.
Die andere Figuren, wie z. B. die Ermittler Mia und Hendrik, bleiben dagegen etwas blass. Lediglich der tablettensüchtige Notfall-Sanitäter Philip erfährt gibt Rätsel auf.
Insgesamt wird die Handlung aber von der Protagonistin Jana dominiert – sie ist einfach eine sehr facettenreiche Figur mit vielen Geheimnissen.

Verdächtige Tagebucheinträge – doch von wem?

Die Autorin Emelie Schepp legt im Laufe der Geschichte viele falsche Fährten. Hat man gerade eine Figur im Verdacht, wird dies kurz darauf durch eine noch verdächtigere Person zunichte gemacht. Tatsächlich ahnt man die Auflösung wirklich erst deutlich gegen Ende des Romans, insbesondere die Zusammenhänge werden erst spät erklärt.
Diese Verdächtigungen erhalten immer wieder Nährboden durch geschickt eingestreute Tagebucheinträge, von denen der Leser nie weiß, wem sie zuzuordnen sind. Spät erst erfährt man die Auflösung.
Viele Handlungsstränge verwirren im positiven Sinne und werden am Ende geschickt zusammengeführt. Auch die Verbindung der einzelnen Figuren, die anfangs unabhängig von einander zu sein scheinen, wird schließlich gut aufgelöst und überrascht.

Allerdings möchte ich deutlich darauf hinweisen, dass die Darstellung der Morde bzw. der Misshandlungen an den Mordopfern grausam und brutal ist, und dabei auch ziemlich ins Detail geht, darauf sollte man gefasst sein. Wir hatten bei lovelybooks gerade eine kleine Diskussion darüber, dass solche Dinge manchmal den Schlaf rauben können, aber bei einem Thriller muss man damit meiner Meinung nach rechnen. Gerade nordische Autoren sind da ja meist nicht zimperlich.

Ja, ja, ja – ich will mehr!

Wie ihr seht, ich bin begeistert. Und hätte es in diesem Monat nicht bereits den Tipp des Monats in Form eines Thrillers von mir gegeben, so hätte ich dieses Buch mit Sicherheit dazu erkoren. Aber auch sonst kann ich es euch nur wärmstens an Herz legen, wenn ihr denn dem Thriller-Genre nicht abgeneigt seid. Ich werde auf jeden Fall noch die beiden ersten Bände lesen, bevor der vierte Teil erscheint. Und den wird es hoffentlich (auf deutsch) geben – in Schweden ist er bereits erschienen!

Fazit: Wieder einmal ein toller Schweden-Thriller, der besonders von der interessanten Hauptfigur getragen wird, aber auch eine spannende Handlung zu bieten hat. Empfehlung! Aber vielleicht lieber nicht am späten Abend lesen, könnte Albträume verursachen.

Gerngelesen: 📚📚📚📚📚 5 von 5

Dieses Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür! Ihr könnt es z. B. hier bei Thalia kaufen.

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9 Gedanken zu „Die Schuld der Vergangenheit – toller Schweden-Thriller von Emelie Schepp

    1. Das freut mich sehr, dass ich dich begeistern konnte! Aber schau mal, ob du nicht doch mit dem ersten Teil „Nebelkind“ beginnen möchtest.
      Liebe Grüße,
      Corinna

    2. Ich habe mir gerade euren Blog angeschaut und direkt abonniert – endlich mal einer, der auch von zwei Leuten betrieben wird!
      Tschakka ;-)!
      Liebe Grüße,
      Corinna

  1. Huhu,
    klingt nach einem tollen Buch – kommt mal auf die WuLi. Außerdem war ich vor Urzeiten mal in Norrköpping 🙂
    LieGrü
    Elena, die übers #litnetzwerk hier gelandet ist

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