[Hörbuch-Rezension] Chevy Stevens: That Night – Schuldig für immer

Titel: That Night – Schuldig für immer

Autor: Chevy Stevens

Genre: Thriller
Verlag: Argon Hörbuch
Spieldauer: 13 Std. 34 Min., ungekürzt
Sprecherin: Christiane Marx
Erscheinungsdatum: 25.06.2015

Toni und ihr Freund Ryan sind rebellische Teenager, die immer wieder mit der Polizei aneinander geraten. Als Tonis Schwester Nicole ermordet wird, fällt der Verdacht auf die beiden Jugendlichen. Sie werden verhaftet, verurteilt und ins Gefängnis gesteckt. Als Toni nach ihrer Entlassung 15 Jahre später in ihren Heimatort zurückkehrt, will sie eigentlich alles hinter sich lassen und neu anfangen. Als jedoch Ryan auftaucht, der glaubt, Hinweise gefunden zu haben, was damals wirklich passiert ist, lässt auch ihr das keine Ruhe. Aber ihre Suche wird gefährlich, denn nicht jeder möchte die beiden wieder im Ort haben.

Chevy Stevens kenne ich von ihrem Debütroman „Still Missing“. Auch ihr zweiter Thriller „Never Knowing“ hat mir gut gefallen. Obwohl ich gehört habe, dass „That Night“ etwas schwer in Fahrt kommt, war ich doch gespannt auf die Geschichte.

Die Story wird aus der Sicht der Protagonistin Toni erzählt. Dabei beginnt die Handlung mit ihrer Entlassung aus dem Gefängnis. Mit Zeitsprüngen in die Vergangenheit wird der Leser immer weiter in die Geschehnisse, die Nicoles Tod vorangingen, eingeweiht. Interessant ist diese Perspektive auch deshalb, weil man viel über die Gefühlswelt von Toni erfährt.

Der Roman lässt sich in zwei Hälften teilen. Die erste erzählt in Rückblenden die Zeit bis zur Entlassung und ist eigentlich eine sehr lange Einführung in den Krimi. Erst im zweiten Teil entwickelt sich dann der Spannungsbogen, und man kann erst jetzt von einem Thriller sprechen. Aber auch hier wird die Geschichte immer wieder unterbrochen von Tonis Gefühlswelt. So erfährt man viel über ihre Angst, wieder ins Gefängnis zu müssen, und über ihre Probleme mit ihren Eltern, die ihr immer noch die Schuld am Tod ihrer Schwester geben, auch wenn sie nicht glauben, dass Toni Nicole ermordet hat. Deshalb kann man bei diesem Buch wirklich von einem Psychodrama sprechen, denn gerade die familiären Konflikte und auch Tonis Distanz zu Ryan sind interessant geschildert. Man erkennt – wie im echten Leben – wer die wahren Freunde sind, und dass diese nicht unbedingt aus der eigenen Familie kommen müssen.

Ich habe durchaus negative Kritiken über dieses Buch gelesen, die ich persönlich nicht so richtig nachvollziehen kann. Mich hat die Geschichte mitgerissen, vielleicht auch deshalb, weil die Sprecherin Christiane Marx die verschiedenen Personen gut dargestellt hat, ohne übertrieben zu wirken.

Mein Fazit: Empfehlenswert für Leser, die nicht nur auf Action und Blut in einem Thriller stehen, sondern sich auch auf etwas mehr Tiefe einlassen möchten. Einen Punkt ziehe ich aber dennoch ab, weil der erste Teil schon wirklich sehr langgezogen ist.

Gerngelesen: 📚📚📚📚 von 5

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